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Sport

Sport kann völkerverbindend wirken und politische Grenzen überwinden. Sport ist ein wesentlicher Faktor der gesellschaftlichen Wirklichkeit, in den Medien nimmt die Sportberichterstattung einen großen Raum ein, der Umsatz im Sport rechnet sich längst in Milliarden. Transparency Deutschland setzt sich für transparente und korruptionsfreie Sportstrukturen ein, in Deutschland und weltweit.


Aktuelles

Kultureller Wandel passiert nicht von heute auf morgen

© Gesellschaftsspiele e. V. und taz

Berlin, 09.07.2018 – Im Vorfeld eines Public Viewings zum Viertelfinale der Weltmeisterschaft in Russland ging es im gut gefüllten Berliner TAZ-Cafe um den Kampf gegen Korruption im Fußball. Für Transparency Deutschland machte Sylvia Schenk, Leiterin der Arbeitsgruppe Sport, deutlich, dass nach der teilweise bereits erfolgten Änderung von Strukturen sowie der personellen Erneuerung in etlichen internationalen Sportorganisationen der erforderliche kulturelle Wandel nicht von heute auf morgen bewerkstelligt werden könne. Aber es lohne sich, dran zu bleiben und über den Sport hinaus zu signalisieren, wie Schritt für Schritt intransparente Strukturen und undemokratische Verhaltensweisen überwunden werden können. Neben Schenk nahmen noch ARD-Sportjournalist Hajo Seppelt (Foto, links) und der Abgeordnete der Linkspartei, Fabio de Masi, teil.


Forderungen

  • Die Bewerbung des DFB um die EURO 2024 muss ein Leuchtturm für Menschenrechte, Vielfalt sowie Transparenz werden. Hierzu sind Bundesregierung, Länder und Spielorte aufgerufen, umfassende Compliance-Maßnahmen zu ergreifen. Notwendig ist ein Nachhaltigkeitskonzept nach den UN-Leitlinien für Wirtschaft und Menschenrechte.
  • Deutschland braucht eine internationale Sportstrategie, um einen Beitrag zur Bekämpfung von Misswirtschaft und Korruption im Sport zu leisten. Fördergelder des Bundes sollten an entsprechende Kriterien geknüpft werden.
  • National muss das von Transparency Deutschland mitentwickelte Konzept des DOSB für Good Governance auf die Mitgliedsorganisationen des DOSB und die Landessportverbände übertragen werden.
  • Nachdem im Jahr 2017 Sportwettbetrug als Straftatbestand eingeführt wurde, muss jetzt – auch zum Schutz der Athlet/inn/en – ein Schwerpunkt auf Prävention gelegt und das Projekt von DFL und DFB flächendeckend im Fußball ausgerollt sowie auf andere Sportarten übertragen werden. 
     
  • Die Bundesregierung muss die Prävention von Spielmanipulation zu einem Förderkriterium machen. Außerdem ist eine schnelle Klärung betreffend den Glücksspielstaatsvertrag nötig, um Unklarheiten in Bezug auf Sportwetten zu beenden. Als Maßnahme zur Prävention von Spielsucht muss die Werbung für Sportwetten eingedämmt werden. 
     
  • Ein Whistleblower-System mit Schutz für Hinweisgeber muss eingerichtet werden.

Hintergrund

Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung des Sports sowie seine Vorbildwirkung und globale Verankerung verlangen von den Verantwortlichen ein beispielhaftes Engagement für ethische Grundsätze und Fairness, wie sie in der Olympischen Charta niedergelegt sind. Nur auf dieser Basis lassen sich die Werte des Sports, seine Glaubwürdigkeit und damit auch seine erzieherische Funktion dauerhaft sichern.

Würden diese Prinzipien konsequent umgesetzt, wäre dies die beste Prävention gegen Fehlentwicklung und Korruption, die – trotz zahlreicher Fälle – im Sport immer noch viel zu wenig thematisiert werden. Der Fokus der Arbeit von Transparency Deutschland liegt also auf der Schärfung des Bewusstseins für Missstände im Sport, die jene Prinzipien in Frage stellen, die der Sport sich selbst gibt, und der Stärkung von integrem und fairem Verhalten in allen Bereichen: auf dem Platz genauso wie in den Führungsebenen des Sports.


Publikationen
Leitfaden

Grundsätze einer transparenten Bewerbung um die EURO 2024

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) muss sich bei der geplanten Bewerbung um die EURO 2024 konsequent an Nachhaltigkeit,...

Arbeitspapier

Ethik und Transparenz in den deutschen Landessportbünden

Die Analyse basiert auf einer Internetrecherche auf den jeweiligen Webseiten der Landessportbünde (LSB). Diese mussten...

Pressemitteilungen
Stellungnahmen

Sylvia Schenk

Leiterin der Arbeitsgruppe Sport