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Entwicklungszusammenarbeit

Korruption ist eines der wichtigsten Entwicklungshemmnisse. Die staatlichen und kirchlichen Entwicklungsinstitutionen tragen eine Mitverantwortung dafür, dass Mittel der Entwicklungszusammenarbeit in den Empfängerländern verantwortungsvoll und transparent eingesetzt werden.

Forderungen

Die 2030 Agenda mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen sowie insbesondere die Operationalisierung des Ziels 16.5, die die erhebliche Reduzierung von Korruption und Bestechung vorsieht, muss umgesetzt werden. Korruptionsbekämpfung ist dabei eine Querschnittsaufgabe sowohl auf nationaler wie auf internationaler Ebene.

Transparency Deutschland setzt sich insbesondere für mehr Transparenz bei den staatlichen und kirchlichen Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit ein und fordert:

  • die Umsetzung der Antikorruptionsstrategie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und eine bessere Verankerung in den Durchführungsorganisationen GIZ und KfW/DEG.
  • mehr Transparenz bei den staatlichen Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit. Dazu gehören die Einrichtung eines Beschwerdemechanismus in BMZ und KfW hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen und Korruption, die Unterstützung von menschenrechtsbasierten Landpolitiken im Sinne der SDG in Partnerländern und die Integrität der Finanzierungsinstrumente der Entwicklungsbanken.
  • eine Aktive und systematische Prävention und Bekämpfung von Korruption in allen Organisationen der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit durch Antikorruptionssysteme mit Risikoanalyse, Korruptionsleitlinien, Fallmanagement, Sanktionen, Schulungen von Mitarbeitern und Auslandspartnern unter Berücksichtigung der besonderen Stärken und Schwächen kirchlicher Strukturen.
  • die transparente Vergabe und öffentlich zugängige Projektinformationen. Dazu gehört auch die Transparenz zu Korruptionsrisiken und Korruptionsverlusten gegenüber Spendern, Aufsichtsgremien und Öffentlichkeit. Die KfW sollte Vergaben und Projektinformationen transparenter gestalten.
  • die Einführung und Weiterentwicklung von Hinweisgebersystemen und Beschwerdemechanismen.

Darüber hinaus setzt sich Transparency Deutschland für eine Verbesserung der Qualität der IATI-Meldungen (International Aid Transparency Initiative) ein. Durch aussagekräftige Meldungen können Partnerländer ihre Budgets besser planen, Geber ihre Tätigkeit untereinander besser koordinieren und die Zivilgesellschaft besser Rechenschaft einfordern.

Hintergrund

Entwicklungspolitik unterstützt zusammen mit den Partnerländern die globalen Ziele der Agenda 2030 in ihren sozialen, ökonomischen und ökologischen Dimensionen. Die Agenda 2030 und die Sustainable Development Goals (SDGs) sind jedoch nicht nur Sache der Entwicklungspolitik. Nationale Nachhaltigkeitspläne werden auch in den Industrieländern entwickelt. An deren Umsetzung sind alle relevanten Politikfelder einzubinden, ein Zeichen für interdisziplinäres Handeln und das Zusammenwirken von nationaler und internationaler Politik. In Deutschland sind eine Vielzahl von Akteuren aus verschiedenen Bundesressorts, aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft an der Umsetzung der Agenda 2030 und den Klimazielen 2050 beteiligt. Das gilt auch für die 2016 neu aufgelegte Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung.

Transparency Deutschland befasst sich auch mit der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit. Ausschlaggebend war die Erfahrung, dass Kirche – anders als oft behauptet – kein korruptionsfreier Raum ist. Korruption schmälert die Erfolge der weltkirchlichen Zusammenarbeit zu Lasten der Bedürftigen. Hierarchische Strukturen und ein stark vertrauensbasierter Arbeitsansatz schaffen für die Kirchen besondere Risiken. Mit Beteiligung der kirchlichen Missions- und Hilfswerke werden Fachtagungen durchgeführt und Instrumente der Korruptionsprävention und der Korruptionsbekämpfung entwickelt. 


Publikationen
Arbeitspapier

Daten für Entwicklung: Wie kann Deutschland helfen?

Das Thema „Daten für Entwicklung“ erfährt einen enormen Aufwind und hat einen zunehmenden Einfluss auf die...

Artikel

Beitrag von Transparency Deutschland zur Internationalen Konferenz: Korruptionsbekämpfung

2004 hat Transparency Deutschland eine Arbeitsgruppe entwickelt, um sich der Korruptionsprävention und dem Kampf gegen...

Pressemitteilungen
Stellungnahmen

Kontakt staatliche Entwicklungszusammenarbeit

Sieglinde Gauer-Lietz

Leiterin Arbeitsgruppe Staatliche Entwicklungszusammenarbeit

Kontakt kirchliche Entwicklungszusammenarbeit

Sonja Grolig

Leiterin Arbeitsgruppe Kirchliche Entwicklungszusammenarbeit