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Sauberer Sport fängt in den Vereinen an – Leitfaden „Good Governance im Sportverein“ veröffentlicht

Berlin, 04.11.2020

Die Antikorruptionsorganisation Transparency Deutschland hat heute den Leitfaden „Good Governance im Sportverein“ veröffentlicht. Der Leitfaden bietet eine praktische Anleitung, wie sich Sportvereine mit dem Thema moderne Führungsprinzipien, der Durchführung von Risikoanalysen und daraus abgeleiteten Präventionsmaßnahmen vertraut machen können. Dabei geht es unter anderem um den Schutz vor Unregelmäßigkeiten bei den Finanzen, vor Korruption, gesundheitlichen Schäden oder sexualisierter Gewalt.

Dazu Sylvia Schenk, Leiterin der Arbeitsgruppe Sport:

„Mit dem Finger auf die FIFA, das IOC oder auch den DFB zu zeigen, ist einfach. Aber nicht nur „die da oben“ sind anfällig für Tricksereien und Machtmissbrauch oder lassen sich von Geschenken sowie Einladungen verlocken. Wenn Good Governance im Sport – als Pendant zu Compliance in der Wirtschaft – umfassend durchgesetzt werden soll, geht das nicht ohne die Verantwortlichen in den Vereinen.“

Transparency Deutschland setzt sich seit Jahren für Transparenz und verantwortliche Entscheidungsstrukturen im Sport ein und arbeitet an der Sensibilisierung von den Sportverbänden auf Bundes- und Landesebene bis hin zu den Vereinen an der Basis. Dabei zeigt sich: Auch auf den unteren Ebenen ist Integrität kein Selbstläufer.

Ehrenamtliches Engagement im Einsatz für eine gute Sache – für den Sport, für Kinder und Jugendliche – kann, insbesondere bei unzureichenden Strukturen, zu Problemen führen: Regeln werden nicht so wichtig genommen, Interessenkonflikte ignoriert, bei Missständen oder Fehlverhalten anderer wird weggeschaut. Als Folge einer solchen Haltung funktioniert auch die Kontrollfunktion der Basis für die übergeordneten Gremien und Sportorganisationen nicht.

Prävention schützt nicht nur Vereine und Verbände, sondern vor allem die Verantwortlichen, die im Ehrenamt oft vor großen Herausforderungen stehen und einen zeitgemäßen Handlungsrahmen brauchen. Eine offene Kultur, die Mitgliedern sowie Athletinnen und Athleten ausreichend Informationen und Beteiligung an den wesentlichen Entscheidungen sichert, hilft bei der Umsetzung moderner Führungsprinzipien.

Der Leitfaden ist praxisnah und auch für kleine Vereine gut umsetzbar. Caroline Röger, Stellvertretende Leiterin der Arbeitsgruppe Sport:

„Die Ehrenamtlichen dürfen sich durch Good Governance nicht über Gebühr belastet oder gar als potentielle Täter abgestempelt fühlen. Mit dem Leitfaden wird ein Handlungsrahmen aufgezeigt, der die handelnden Personen und den Verein schützt.“

Hintergrund

Der Leitfaden richtet sich vorrangig an die große Zahl breitensportlich orientierter Vereine, vom kleinen bis zum großen Mehrspartenverein mit mehreren Tausend Mitgliedern und hauptamtlichem Personal. Profivereine mit Millionenumsätzen, zum Beispiel aus der Fußball-Bundesliga, brauchen angesichts höherer Risiken weitergehende Compliance-Maßnahmen.

Kontakt

Sylvia Schenk
Leiterin der Arbeitsgruppe Sport

Caroline Röger
Stellvertretende Leiterin der Arbeitsgruppe Sport

Sylvia Schwab
Pressesprecherin

E-Mail: presse@transparency.de