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Call for Papers: „Corona und Korruption. Gesellschaftswissenschaftliche Analysen“

Berlin, 24.11.2020

© Adam Niescioruk / Unsplash

Der Arbeitskreis Korruptionsforschung von Transparency International Deutschland e.V. plant eine interdisziplinäre Sammelband-Publikation über korruptionsrelevante Aspekte der Corona-Pandemie. Die einzelnen Buchkapitel können theoretische, empirische und/oder anwendungsbezogene Schwerpunkte aufweisen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Geschichtswissenschaft, Kriminologie, Politikwissenschaft, Psychologie, Rechtswissenschaft, Soziologie, Verwaltungswissenschaft und Wirtschaftswissenschaft sowie benachbarten Fachdisziplinen sind hiermit aufgerufen, Vorschläge für Beiträge einzureichen.

Folgende Themen könnten beispielsweise behandelt werden:

  • Korruptionsgefahren bei Auftragsvergaben und Beschaffungsverfahren im Gesundheitswesen unter hohem Zeitdruck und beträchtlicher Ressourcenknappheit
  • Risiken für die Integrität politischer Prozesse bei Entscheidungen unter Stress über sehr große Geldsummen zur Förderung oder Stützung bestimmter Bereiche
  • Spielräume für illegitime Einflüsse und Machtmissbrauch bei Beschlüssen über spezifische Beschränkungen oder Lockerungen im Rahmen der Pandemiebekämpfung
  • Potentielle Interessenkonflikte von Berater*innen und Expert*innen, die an einschlägigen Entscheidungen beteiligt sind
  • Einfallstore für Betrug, Missbrauch und Verschwendung bei der administrativen Verteilung und dezentralen Verwendung staatlicher Hilfsgelder
  • Eingeschränkte Kontrollmechanismen und begrenzte Beteiligungs-, Rechenschafts- und Informationsregelungen angesichts weitreichender staatlicher Eingriffe
  • Empirische Messproblematiken von Korruption in Pandemiezeiten
  • Ethische und historische Fragestellungen, die Korruptions- und Pandemieaspekte verbinden.

Weitere Beispiele für mögliche Themen können dem Positionspapier „Die Corona-Krise – ein Katalysator für Korruption?“ von Transparency Deutschland entnommen werden.

Der geplante Sammelband wird von Sebastian Wolf und Peter Graeff herausgegeben und erscheint voraussichtlich bei Springer VS in deutscher Sprache. Folgender Zeitplan ist vorgesehen:

  • Einreichung von maximal einseitigen, aussagekräftigen Abstracts zu Inhalt, Aufbau und Methodik bis zum 31.12.2020 bei sebastian.wolf@medicalschool-berlin.de
  • Mitteilung über Annahme oder Ablehnung der einzelnen Vorschläge durch die Herausgeber bis 15.01.2021
  • Anfertigung der Manuskripte bis 15.04.2021
  • Mitteilung über Annahme oder Ablehnung der Beiträge seitens der Herausgeber und ggf. Anmerkungen zur Überarbeitung bis 30.04.2021
  • Überarbeitung der Manuskripte bis 31.05.2021
  • Publikation des Sammelbands abhängig vom Verlag im Sommer oder Herbst 2021
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