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Bundeslagebild Korruption 2019 veröffentlicht

Berlin, 06.11.2020

© Christian Dubovan / Unsplash

Laut Bundeslagebild Korruption 2019 des Bundeskriminalamtes (BKA) wurden im Jahr 2019 insgesamt 5.428 Korruptionsstraftaten polizeilich registriert. Das bedeutet einen Anstieg von 42,7% gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der Tatverdächtigen stieg leicht an auf 2.539. Die Mehrheit der Nehmer waren Amtsträger (67%). Insgesamt ist in 2019 durch erfasste Korruptionsstraftaten ein Schaden von 47 Millionen Euro entstanden.

Bestochene erlangten Vorteile im Gesamtwert von 52 Millionen Euro. 75 Prozent der Vorteile bestanden in der Teilnahme an Veranstaltungen. Den starken Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (2018: 4,5 %) führt das BKA auf Strafverfahren in Hamburg zurück, in denen Kommunalbeamten vorgeworfen wird, im Gegenzug für Veranstaltungsgenehmigungen Eintrittskarten zu diesen erhalten zu haben. Vermutlich geht es hier um die Rolling-Stones-Ticket-Affäre. Weitere Vorteile waren Bargeld und Sachzuwendungen. Die meisten Geber kamen aus der Dienstleitungsbranche und dem Automobilgewerbe. Sie erlangten durch Bestechung vor allem behördliche Genehmigungen (42,1 Prozent), während es 2018 vor allem um die Erlangung von Aufträgen ging (48,8 Prozent).

Diese Zahlen müssen jedoch im Kontext betrachtet werden: Ermittlerinnen und Ermittler gehen davon aus, dass nur ein Bruchteil aller begangenen Korruptionsstraftaten polizeilich bekannt wird und folglich ein großes Dunkelfeld besteht. Konkrete Aussagen über das tatsächliche Ausmaß und die Folgen der Korruptionsfälle in Deutschland lassen sich daher nur bedingt treffen. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass die erfassten monetären Schäden das gesamte Ausmaß des durch Korruption hervorgerufenen Schadens nur eingeschränkt wiedergeben. Denn insbesondere immaterielle Schäden wie der Verlust des Vertrauens der Bürgerinnen und Bürger in die Integrität der Wirtschaft oder des Staates sind nicht messbar.