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Politische Bildung

Transparency Deutschland möchte für das Phänomen Korruption sensibilisieren,  über Formen und Folgen von Korruption aufklären und Menschen dazu motivieren, sich selbst aktiv für Antikorruption einzusetzen.

Forderungen

  • Antikorruption muss in den Lehr- und Rahmenplänen der Schulen verankert werden.
  • Hochschulen und Universitäten müssen in angemessener Weise für Korruption sensibilisieren.
  • Politischen Bildung muss an den Schulen gestärkt und in hinreichender Stundenanzahl stattfinden.
  • Inwieweit Werbung und Sponsoring an Bildungseinrichtungen zulässig sein soll, muss gesetzlich geregelt werden.

Hintergrund

Politische Bildung umfasst ganz allgemein die Vermittlung politischer Kompetenzen innerhalb und außerhalb der Schule. Ihr Leitbild ist der mündige Bürger und die Vermittlung von Demokratiefähigkeit das oberste Ziel. Politische Bildung vermittelt nicht nur Wissen, sondern auch Werte und unterstützt das ideelle Fundament einer demokratischen Gesellschaft. Sie schafft die Voraussetzungen für eine gelebte demokratische Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

An Schulen bekommt Politische Bildung vielfach nicht den nötigen Raum. Am Gemeinwohl interessierte, politisch kompetente und aktive Bürger sind aber wesentliche Voraussetzung, um Korruption zu bekämpfen und ihr wirksam vorzubeugen. Damit legt jede Form von Politischer Bildung den Grundstein für Korruptionsprävention. Das Thema Korruption ist bisher nicht in den Lehr- oder Rahmenplänen der Schulen verankert. Es wird nur im Einzelfall von Lehrern aufgegriffen und an geeigneter Stelle im Unterricht behandelt.

An Universitäten und Hochschulen wird zwar seit einigen Jahren Ethik in der Berufsausübung stärker betont, was sich z.B. durch die Schaffung von Instituten zur Wirtschaftsethik zeigt. Dennoch ist die Präsenz des Themas der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wichtigkeit noch nicht angemessen.

Lobbying an Schulen ist ein Phänomen von zunehmender Relevanz. Es bedeutet, dass externe Akteure, wie z.B. Unternehmen, NGOs, Stiftungen, Verbände, Einfluss auf Unterrichtsinhalte sowie Aktivitäten an Schulen außerhalb des Unterrichts nehmen. Dies ist nicht per se negativ, aber bewegt sich wie das politische Lobbying in einem Spannungsverhältnis zwischen wünschenswerter Mitgestaltung und unerwünschter Beeinflussung zum einseitigen Vorteil. Einseitiges und interessengeleitetes Engagement schulexterner Akteure läuft dem gesellschaftlichen Auftrag von Schulen zuwider. Besonders Kinder und Jugendliche sind leicht zu beeinflussen. Eine differenzierte und kritische Auseinandersetzung mit komplexen Themen muss ihnen erst noch vermittelt werden. Die Grenze zwischen Sponsoring und Werbung kann fließend sein und im Einzelfall für Lehrer und Schulleiter schwierig zu bewerten.


Kontakt

Alexandra Herzog

Zuständigkeit Politische Bildung