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Vorstellung korporativer Mitglieder: Die Bluester GmbH

Fairer und transparenter Wettbewerb nützt allen Marktteilnehmern

Die Bluester GmbH hat ihren Sitz in Ahrensburg und ist seit Juni 2018 korporatives Mitglied von Transparency Deutschland. Das wichtigste Produkt [bluester] ist ein Online-Marktplatz für Reedereien und Anbieter schiffsbetriebsrelevanter Dienstleistungen. Wir haben mit Christoph Kiese, CEO der Bluester GmbH, gesprochen.

Welche Geschäftsidee verbirgt sich hinter Ihrem Unternehmen?

Die Bluester GmbH bietet verschiedene Online- und Smartphone-Applikationen für Betreiber von Handelsschiffen und Anbieter von Dienstleistungen, die den Betrieb dieser Schiffe sicherstellen. Die zentrale Anwendung, die die Bluester GmbH anbietet, ist der Online-Marktplatz [bluester], der erstmals einen weltweiten Handelsplatz für professionelle schiffsbezogene Dienstleistungen etabliert. Hier konkurrieren Anbieter um Nachfrager ebenso wie Nachfrager um Anbieter in einem transparenten, fairen Wettbewerb. [bluester] bietet Prozesserleichterungen insbesondere in Hinblick auf Probleme, die oftmals mit länderübergreifenden Geschäftsbeziehungen einhergehen: intransparente, uneinheitliche und nicht nachvollziehbare Dokumentation der Geschäftsanbahnung, Uneinheitlichkeit, Unvollständigkeit und Intransparenz von Verträgen, in technischer, kommerzieller und legaler Sicht risikobehaftete Vertragsausführung. Gerade die internationale Handelsschifffahrt ist traditionell aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher kultureller Einflüsse bekannt für eine gewisse „Flexibilität“ in Bezug auf Compliance. Eine Plattform wie [bluester] stellt Compliance für seine Teilnehmer automatisch durch die digitalen, immer identischen und nicht korrumpierbaren Abläufe her.

Welche Rolle spielt der Kampf gegen Korruption in Ihrer Geschäftsidee?

Die Beeinflussung von Geschäftsbeziehungen aufgrund individueller Vorteilsnahmen kann in dem Umfeld, in dem wir uns bewegen, nicht nur ökonomische Nachteile für die unmittelbar betroffenen Unternehmen zeitigen. Viel gravierender sind mögliche gesamtgesellschaftliche Konsequenzen durch den Verlust von Handelsschiffen und Seeleuten an Bord. Werden schiffssicherheitsrelevante Dienstleistungen nicht so ausgeführt, dass sie tatsächlich dazu dienen, die Schiffssicherheit und das Leben der Besatzungen zu schützen, sondern so, dass individuelle Vorteile einzelner beteiligter Akteure im Vordergrund stehen, kann dies fatale Folgen haben. Insofern ist es uns ein besonderes Anliegen, mit den von uns etablierten Prozessen die Nichtbefolgung von Complianceregeln auszuschließen. Gleichzeitig glauben wir sehr stark daran, dass fairer und transparenter Wettbewerb letztlich zum Vorteil aller Marktteilnehmer ist, weil er eine insgesamt positive Entwicklung hervorruft.

Wie reagiert die Branche auf das Geschäftsmodell der Bluester GmbH?

Bedingt durch die bereits ein Jahrzehnt währende, globale wirtschaftliche Krise der Schifffahrt und durch Druck externer Akteure, wie beispielsweise Versicherungen oder Banken, ist generell eine Entwicklung hin zu mehr Compliance in der Schifffahrt wahrnehmbar. Dies war, gerade in den letzten „fetten Jahren“ von 2002 bis 2008, noch anders. Vor diesem Hintergrund ist die Reaktion auf die Plattform [bluester] in der Branche uneinheitlich: Es gibt Marktteilnehmer, die die Prozesserleichterungen und einhergehende Compliance sehr begrüßen und in der Branche als Fürsprecher agieren. Ebenso gibt es die Sorge, durch die Nutzung der Plattform etwas zu verlieren — oft bei länger gedienten Mitarbeitern in den Unternehmen. In der Schifffahrt steht jedoch ein Generationenumbruch bevor. Die nachfolgende Generation ist nicht nur vertrauter im Umgang mit „Online-Lösungen“, sondern hat auch ein anderes (Selbst-)Verständnis in Bezug auf Compliance. Insofern sehen wir der Entwicklung, nicht nur vor dem Hintergrund des bereits Erreichten, sehr positiv entgegen.

Die Fragen stellte Otto Geiss.

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