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Unterrichtsreihe „Was ist Korruption?“ | 6. Wie lebt es sich in Ländern, in denen Korruption alltäglich ist?

Eine vergleichende Analyse an den Beispielen Venezuela und Afghanistan

Korruption prägt in graduell unterschiedlicher Weise das gesellschaftliche Geschehen und das Leben der Menschen in den Ländern und Regionen weltweit. Der Umstand, dass in der Bundesrepublik Deutschland vor allem Alltagskorruption weniger ausgeprägt ist als beispielsweise in vielen Ländern auf dem afrikanischen Kontinent, könnte zu der Annahme verleiten, es handele sich dabei nur um ein regionales Problem. In dieser Unterrichtsreihe soll aufgezeigt werden, was es für die überwiegende Mehrheit der Menschen bedeutet, in Gesellschaften mit einem hohen Grad an Korruption leben zu müssen und welche Auswirkungen sich global bemerkbar machen.
Die Schülerinnen und Schüler sollen durch die Beschäftigung mit den Lebensbedingungen der Menschen in Ländern, die zu den Schlusslichtern im Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perceptions Index, CPI) gehören, zum einen lernen, was eine ausufernde Korruption für Folgen haben kann und dass es sich allemal lohnt – und hierin könnte das Hauptlernziel dieser Unterrichtsreihe gesehen werden – sich entschlossen und tatkräftig für eine Gesellschaft mit möglichst wenig Korruption zu engagieren. Indem zwei CPI-Schlusslichter (Afghanistan und Venezuela) als exemplarische Analyse-Fälle der unterrichtlichen Betrachtung empfohlen wird, soll damit natürlich nicht behauptet werden, es handele sich dabei eher um ein Problemgeflecht, welches man vorwiegend in unterentwickelten Gesellschaften antrifft; es soll auch nicht unterstellt werden, Korruption bilde gewissermaßen ein monokausales Erklärungsmuster für sämtliche in Staaten und Gesellschaften vorkommende Missstände. Indem die schwierigen Lebensverhältnisse einer Mehrheit der Menschen in diesen Ländern untersucht und diskutiert werden, rücken zugleich die Ursachen des weltweiten Problems von Flucht und Vertreibung in den Fokus. Auf diesen Umstand sollte im Verlauf der Unterrichtsreihe aufmerksam gemacht werden.
Methodischer Hinweis: Bei der Gruppenarbeit kann in größeren Lerngruppen das gleiche Thema auch zweimal vergeben werden, so dass eine Gruppe die Funktion der Kontrollgruppe übernimmt.