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Nachhaltigkeitsberichte deutscher Großunternehmen

4. Untersuchung der Berichterstattung nach den GRI-Standards

Transparency Deutschland hat zum vierten Mal die nach den GRI-Standards erstellten Nachhaltigkeitsberichte deutscher Großunternehmen mit Blick auf die Themen Korruption und politische Einflussnahme untersucht. Das Ergebnis: Insgesamt sind die Nachhaltigkeitsberichte zu unvollständig, uneinheitlich und nicht ausreichend transparent. Dadurch ist keine Vergleichbarkeit der ethischen Bemühungen der Unternehmen gegeben.

Bei der Berichterstattung zur Korruptionsbekämpfung geben die Unternehmen im Durchschnitt weniger als 50 Prozent der von den GRI-Standards geforderten Informationen an – und die Auslassungen werden überwiegend nicht begründet. Damit liegt eine bemerkenswert hohe Zahl an Verstößen gegen den GRI-Berichtsrahmen vor. Darüber hinaus erteilen einige Unternehmen nach wie vor keine Auskünfte zu Lobbying und Parteispenden.

Generell zeigt sich eine Tendenz, dass sich die Unternehmen weniger nach den GRI-Standards richten. Einige haben die Anzahl der GRI-Angaben so stark reduziert, dass die Aussage „der Bericht ist in Übereinstimmung mit den GRI-Standards erstellt worden“ fragwürdig erscheint. Daher sollte ein Mindestniveau eingeführt werden, um diese Aussage treffen zu dürfen.

Die meisten der 19 untersuchten Berichte wurden durch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften geprüft. Problematisch ist, dass die Unternehmen die Auswahl der zu prüfenden Themen vorgeben. Berichte können daher den Bestätigungsvermerk eines Wirtschaftsprüfers erhalten, selbst wenn äußerst wenige Informationen tatsächlich geprüft wurden. Die GRI sollte für einen solchen Bestätigungsvermerk ein Minimum von geprüften Angaben fordern.