Mitmachen

Transparenz schafft Vertrauen

In Deutschland gibt es keine einheitlichen Veröffentlichungspflichten für zivilgesellschaftliche Organisationen. Dabei hilft Transparenz, die eigene Arbeit für die Öffentlichkeit sowie Spenderinnen und Spender nachvollziehbar zu machen und so Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu stärken.

Auf Initiative von Transparency International Deutschland e.V. haben im Jahr 2010 zahlreiche Akteure aus der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft zehn grundlegende Punkte definiert, die jede zivilgesellschaftliche Organisation der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte. Dazu zählen unter anderem die Satzung, die Namen der wesentlichen Entscheidungsträger sowie Angaben über Mittelherkunft, Mittelverwendung und Personalstruktur.

Bisher haben sich 1524 Organisationen der Initiative angeschlossen:

Wir sind transparent! Die Mitmachaktion für ITZ-Unterzeichner

Die Initiative Transparente Zivilgesellschaft feiert 10 Jahre Jubiläum. Mit unserer Kampagne "Transparenz schafft Vertrauen" wollen wir auf den bisherigen Erfolgen aufbauen. Wir wollen den ITZ-Unterzeichnerorganisationen die Möglichkeit geben, sich und ihr Engagement für mehr Transparenz im Rahmen der Kampagne vorzustellen.

Zur Kampagnen-Seite

Zehn Transparenzinformationen für die Öffentlichkeit

  1. Name, Sitz, Anschrift und Gründungsjahr
  2. Vollständige Satzung sowie Angaben zu den Organisationszielen
  3. Angaben zur Steuerbegünstigung
  4. Name und Funktion wesentlicher Entscheidungsträger
  5. Tätigkeitsbericht
  6. Personalstruktur
  7. Angaben zur Mittelherkunft
  8. Angaben zur Mittelverwendung
  9. Gesellschaftsrechtliche Verbundenheit mit Dritten
  10. Namen von Personen, deren jährliche Zahlungen mehr als 10 % des Gesamtjahresbudgets ausmachen

Die Initiative Transparente Zivilgesellschaft ist bewusst so gestaltet, dass jede Organisation sehr schnell und einfach mitmachen kann. Was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie hier:


Ziele der Initiative

Die Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) fördert ein Plus an Informationen, welches die Organisationen, die sich der ITZ angeschlossen haben, freiwillig anbieten und das über die gesetzlichen Veröffentlichungspflichten für zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland hinausgeht. Hierfür liefert die ITZ einen Rahmen für grundlegende Transparenz in gemeinnützigen Organisationen. Die Anforderungen sind bewusst gering gehalten, um auch und gerade für kleine und mittlere Organisationen ohne bedeutenden zusätzlichen Aufwand erfüllbar zu sein. Es wird damit ein Angebot geschaffen, sich mit dem Thema Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit zu befassen und trägt dazu bei, die Kultur der Transparenz im gemeinnützigen Sektor zu stärken. Größere Organisationen sollten sich auch über die zehn Grundinformationen hinaus mit dem Thema befassen und angepasst an Größe, Rechtsform und Tätigkeitsbereich der Öffentlichkeit zusätzliche Informationen zur Verfügung stellen.

Organisationen, welche die Anforderungen der ITZ umgesetzt haben, dürfen das ITZ-Logo führen und können somit einfach nach außen dokumentieren, dass sie sich mit dem Thema befasst haben und die Veröffentlichung der festgelegten Informationen vollständig vorgenommen haben und diese auch in Zukunft stets aktuell halten wollen (siehe dazu Umsetzungsleitfaden). 

Es wird der interessierten Öffentlichkeit, Spendern, Vereinsmitgliedern, Begünstigten, Journalisten, Zuwendungsgebern und den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben, sich auf einfache Weise zu informieren und gegebenenfalls Fragen zu stellen. Sollte Dritten die Unvollständigkeit oder Unrichtigkeit von gemachten Angaben auffallen, so sind sie aufgefordert, dies bei der betroffenen Organisation direkt anzusprechen. Nur wenn dies nicht zur Richtigstellung führt, sollte die ITZ selbst informiert werden, die dann die Einhaltung der Vorgaben überprüft und ggf. das Recht zur Führung des ITZ-Logos entzieht.

Die ITZ bzw. die Verwendung des Logos garantiert nicht die Richtigkeit der von der Organisation gemachten Angaben, sondern lediglich – und auch nur soweit dies von außen möglich ist – dass die Angaben im Sinne der Selbstverpflichtung vollständig sind. 

Durch die ITZ wird weder ein sparsamer Umgang mit Spenden attestiert, noch wird die verantwortungsvolle und satzungsgemäße Verwendung der Mittel bestätigt. Das Logo der ITZ ist kein Siegel, welches den Anspruch hat für eine „gute“ Organisation zu garantieren.  Die ITZ macht keine Aussage zur Führungsqualität, Beachtung von arbeitsrechtlichen Standards oder Gesetzestreue einer Organisation. 

Es ist kein konkreter Fall bekannt bei dem Betrug, Missbrauch oder andere Arten von Korruption durch die ITZ verhindert werden konnten. Oftmals gehen solche Fälle mit krimineller Energie einher und können auch durch spezifische Kontrollinstrumente nicht verhindert werden. Zivilgesellschaftliche Organisationen können davon ebenso betroffen sein wie die Wirtschaft, Politik oder die öffentliche Verwaltung. Die ITZ ermöglicht aber spezifische Nachfragen von innerhalb und außerhalb einer Organisation und kann somit das Bewusstsein in Organisationen stärken sich vor solchen Fällen zu schützen.


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Trägerkreis der Initiative Transparente Zivilgesellschaft

Getragen wird die Initiative Transparente Zivilgesellschaft von einem Trägerkreis bestehend aus:

  • Transparency Deutschland
  • Bundesverband deutscher Stiftungen
  • Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen DZI
  • Deutscher Fundraising Verband
  • Deutscher Kulturrat
  • Deutscher Naturschutzring
  • Deutscher Spendenrat
  • Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft
  • PHINEO
  • Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen Venro
  • Verbraucherzentrale Bundesverband vzbv

Dieser Trägerkreis sorgt für die Verbreitung der Initiative, kontrolliert stichprobenartig deren Einhaltung und zeichnet für ihre inhaltliche und organisatorische Weiterentwicklung verantwortlich.


Jetzt für die ITZ spenden und eine transparente Zivilgesellschaft unterstützen!

Die ITZ ist ein kostenloses Angebot von der Zivilgesellschaft für die Zivilgesellschaft. Unser Ziel ist es, für und mit unseren Unterzeichnerorganisationen durch Transparenz das Vertrauen in unsere Zivilgesellschaft zu stärken. Um die Hürde gerade für sehr kleine Organisationen so gering wie möglich zu halten, ist die ITZ kostenlos – und das soll auch so bleiben.

Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung! Wir bitten deshalb alle Unterzeichnerorganisationen darum, die ITZ mit einer einmaligen oder jährlichen Spende zu unterstützen.


Weiterführende Maßnahmen

Die Anforderungen der ITZ sind bewusst gering gehalten, damit auch und gerade für kleine und mittlere Organisationen ohne bedeutenden zusätzlichen Aufwand erfüllbar. Größere Organisationen sollten über die zehn Grundinformationen hinaus angepasst an Größe, Rechtsform und Tätigkeitsbereich der Öffentlichkeit zusätzliche Informationen zur Verfügung stellen und geeignete Maßnahmen in Richtung Transparenz und gute Organisationsführung umsetzen.

Das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) erhalten Organisationen nach einem Zertifizierungsverfahren. Laut DZI belegt das Siegel, dass „eine Organisation mit Spenden sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht.“

Das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrates e.V erhalten Mitgliedsorganisationen, die sich verpflichten, einen Jahresbericht zu veröffentlichten, der von „mindestens zwei unabhängige Wirtschaftsprüfungsinstitutionen“ geprüft wird.

Das Siegel von Phineo erhalten Bewerber, die ihre Projekte von Phineo analysieren lassen. Laut Phineo zeigt das Phineo-Wirkt-Siegel, dass Projekte „wirksam“ sind und von „leistungsstarken Organisationen“ durchgeführt werden.

Der Deutsche Caritasverband und das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland haben gemeinsame Transparenzstandards beschlossen, die einen „bundeseinheitlichen Rahmen für die kirchlichen Wohlfahrtsverbände und der ihnen angehörigen Rechtsträger“ darstellen sollen. Diese Standards sollen durch „Selbstverpflichtung der Rechtsträger in der Praxis wirksam werden.“

Der Governance-Kodex ergänzt das verbandliche Regelwerk der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Dabei handelt es sich laut AWO um „verbindliche Richtlinien […] in Deutschland für eine verantwortungsvolle Verbands- und Unternehmensführung und -kontrolle,“ die unter anderem Transparenz fördern sollen.

Der DRK e.V. hat sich mit seinen Mitgliedsverbänden und der BRK-Geschäftsstelle auf Mindeststandards für Transparenz verständigt, die auch den Bereich Corporate Governance mit umfassen.

Mit dem Verhaltenskodex der Verbandes Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) verpflichten sich Mitglieder zu Prinzipien und Standards in den Bereichen „Organisationsführung, Kommunikation, Betriebsführung und Wirkungsorientierung.“

Die Leitlinien umfassen folgende Bereiche: Transparenz, Selbstlosigkeit sowie ein redlicher Umgang mit Recherchen und Veröffentlichungen. Auf Grundlage der Kriterien wird derzeit ein Verfahren entwickelt, mit dem Medienprojekte ein Siegel für gemeinnützigen Journalismus erwerben können.

Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) hat eine Praxishilfe veröffentlicht, die Selbsthilfegruppen bei der „Wahrung von Selbstbestimmung und Vermeidung von Interessenkonflikten“ unterstützen soll.


Kontakt

Trägerkreis Initiative Transparente Zivilgesellschaft

c/o Transparency International Deutschland e.V.
Alte Schönhauser Str. 44
10119 Berlin

Tel. +49 30 549898-0
Fax +49 30 549898-22   

E-Mail: itz@transparency.de