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Initiative Transparente Zivilgesellschaft

Verantwortung für das Gemeinwohl

Einheitliche Veröffentlichungspflichten für gemeinnützige Organisationen gibt es in Deutschland nicht. Wer für das Gemeinwohl tätig wird, sollte der Gemeinschaft dennoch sagen welche Ziele die Organisation genau anstrebt, woher die Mittel stammen, wie sie verwendet werden und wer die Entscheidungsträger sind.
 

Zehn Punkte für die Öffentlichkeit

Auf Initiative von Transparency International Deutschland e.V. haben zahlreiche Akteure aus der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft zehn grundlegende Punkte definiert, die jede zivilgesellschaftliche Organisation der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte. Dazu zählen unter anderem die Satzung, die Namen der wesentlichen Entscheidungsträger sowie Angaben über Mittelherkunft, Mittelverwendung und Personalstruktur.
 

So wird man Unterzeichner

Unterzeichner der Initiative verpflichten sich, diese zehn Informationen auf ihrer Website leicht zugänglich zu veröffentlichen und unterzeichnen die Selbstverpflichtungserklärung. An der Initiative teilnehmen können alle gemeinnützigen Organisationen, unabhängig von ihrer Rechtsform, Größe oder Tätigkeitsbereich. Unser Leitfaden hilft Ihnen dabei, die richtigen Informationen zusammenzustellen.

So werden Sie in nur drei Schritten Unterzeichner der Initiative Transparente Zivilgesellschaft:

Schritt 1:

Darstellung der zehn Informationen auf Ihrer Website

Die geforderten zehn Informationen zu Ihrer Organisation müssen auf einer leicht auffindbaren Unterseite Ihrer Website zusammengestellt werden. Dabei müssen Angaben zu jedem einzelnen der zehn Punkte gemacht werden. In vielen Fällen bietet es sich an, diese als Link zu anderen Stellen Ihrer Website anzugeben. Wie diese Zusammenstellung beispielhaft für Transparency Deutschland e.V. aussieht, können Sie mit einem Klick auf das Logo der Initiative oben auf dieser Seite oder hier erfahren. Hinweise zur praktischen Umsetzung der Internetseite entnehmen Sie bitte dem Leitfaden.
 

Schritt 2:

Übermittlung der Selbstverpflichtung inklusive Link zur Informationsübersicht an den Trägerkreis

Sind alle zehn Informationen zusammengefasst und auf einer Unterseite Ihrer Website dargestellt, so drucken Sie bitte die Selbstverpflichtungserklärung aus. Diese unterzeichnen Sie und senden sie, zusammen mit der Angabe, wo wir auf Ihrer Website die Zusammenstellung der zehn Informationen finden (Link), an:

Trägerkreis Initiative Transparente Zivilgesellschaft
c/o Transparency International Deutschland e.V.
Alte Schönhauser Str. 44
10119 Berlin
Fax: 030- 54 98 98 22
E-Mail: itz(at)transparency.de

Bei Fragen zu einzelnen Punkten auf der Selbstverpflichtungserklärung konsultieren Sie bitte unseren Leitfaden oder nehmen unter der oben genannten E-mail Adresse direkt mit uns Kontakt auf.
 

Schritt 3:

Zusendung des Logos und Aufnahme in die Liste der Unterzeichner

Ist die Selbstverpflichtungserklärung sowie die entsprechende Informationszusammenstellung auf Ihrer Website vollständig, so senden wir Ihnen das Logo der Initiative per E-Mail zu. Die Überprüfung erfolgt durch ehrenamtliche Mitarbeiter von Transparency International Deutschland e.V. und teilweise durch hauptamtliche Mitarbeiter des ITZ-Trägerkreismitglieds Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). In der Regel ist die Überprüfung binnen drei Wochen abgeschlossen. Die Überprüfung ist kostenlos und für die genehmigte Nutzung des Logos entstehen ebenfalls keine Kosten. Bitte platzieren Sie das Logo möglichst gut auffindbar auf Ihrer Website und verlinken es mit der von Ihnen angelegten Unterseite, welche die zehn Informationen enthält. Wir nehmen Ihre Organisation dann in die Liste der Unterzeichner auf und setzten einen Link zur Zusammenstellung der zehn Informationen auf Ihrer Website.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an itz(at)transparency.de


Kontrolle der Einhaltung

Alle Unterzeichner der Initiative transparente Zivilgesellschaft sind ebenso wie die interessierte Öffentlichkeit aufgerufen, die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren. Stichprobenartige Prüfungen werden durch ehrenamtliche Mitarbeiter von Transparency International Deutschland e.V. durchgeführt. Das ITZ-Trägerkreismitglied Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat sich bereit erklärt, in regelmäßigen Abständen systematische Nachprüfung der Angaben der Unterzeichnerorganisationen durch hauptamtliches Personal zu unterstützen.

Bei Hinweisen auf eine Nichteinhaltung der Regeln, wenden Sie sich bitte zuerst an die betreffende Organisation selbst und weisen Sie auf die fehlenden Informationen hin. Wenn Sie damit keinen Erfolg haben, wenden Sie sich bitte an den Trägerkreis. Bei Nichteinhaltung der Regeln behalten wir uns weitere Schritte vor.

Getragen wird die Initiative Transparente Zivilgesellschaft von einem Trägerkreis bestehend aus: Transparency Deutschland e.V., dem Bundesverband deutscher Stiftungen, dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen DZI, dem Deutschen Fundraising Verband, dem Deutschen Kulturrat, dem Deutschen Naturschutzring, dem Deutschen Spendenrat, dem Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft und dem Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen Venro. Dieser Trägerkreis sorgt für die Verbreitung der Initiative, kontrolliert stichprobenartig deren Einhaltung und zeichnet für ihre inhaltliche und organisatorische Weiterentwicklung verantwortlich.

Die 953 Unterzeichner werden hier veröffentlicht.

Unterzeichner der Initiative Transparente Zivilgesellschaft

Trägerkreis Initiative Transparente Zivilgesellschaft
c/o Transparency International Deutschland e.V.
Alte Schönhauser Str. 44
10119 Berlin

Tel. +49 30 549898-0
Fax +49 30 549898-22   

E-Mail: itz@transparency.de

Was wird durch die ITZ erreicht...? 

Die Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) fördert ein Plus an Informationen, welches die Organisationen, die sich der ITZ angeschlossen haben, freiwillig anbieten und das über die gesetzlichen Veröffentlichungspflichten für gemeinnützige Organisationen in Deutschland hinausgeht. Hierfür liefert die ITZ einen Rahmen für grundlegende Transparenz in gemeinnützigen Organisationen. Die Anforderungen sind bewusst gering gehalten, um auch und gerade für kleine und mittlere Organisationen ohne bedeutenden zusätzlichen Aufwand erfüllbar zu sein. Es wird damit ein Angebot geschaffen, sich mit dem Thema Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit zu befassen und trägt dazu bei, die Kultur der Transparenz im gemeinnützigen Sektor zu stärken. Größere Organisationen sollten sich auch über die zehn Grundinformationen hinaus mit dem Thema befassen und angepasst an Größe, Rechtsform und Tätigkeitsbereich der Öffentlichkeit zusätzliche Informationen zur Verfügung stellen.

Organisationen, welche die Anforderungen der ITZ umgesetzt haben, dürfen das ITZ-Logo führen und können somit einfach nach außen dokumentieren, dass sie sich mit dem Thema befasst haben und die Veröffentlichung der festgelegten Informationen vollständig vorgenommen haben und diese auch in Zukunft stets aktuell halten wollen (siehe dazu Umsetzungsleitfaden). 

Es wird der interessierten Öffentlichkeit, Spendern, Vereinsmitglieder, Begünstigten, Journalisten, Zuwendungsgebern oder den eigenen Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben, sich auf einfache Weise zu informieren und gegebenenfalls Fragen zu stellen. Sollte Dritten die Unvollständigkeit oder Unrichtigkeit von gemachten Angaben auffallen, so sind sie aufgefordert, dies bei der betroffenen Organisation direkt anzusprechen. Nur wenn dies nicht zur Richtigstellung führt, sollte die ITZ selbst informiert werden, die dann die Einhaltung der Vorgaben überprüft und ggf. das Recht zur Führung des ITZ-Logos entzieht.

... und was nicht? 

Die ITZ bzw. die Verwendung des Logos garantiert nicht die Richtigkeit der von der Organisation gemachten Angaben, sondern lediglich – und auch nur soweit dies von außen möglich ist – dass die Angaben im Sinne der Selbstverpflichtung vollständig sind. 

Durch die ITZ wird weder ein sparsamer Umgang mit Spenden attestiert, noch wird die verantwortungsvolle und satzungsgemäße Verwendung der Mittel bestätigt. Das Logo der ITZ ist kein Siegel, welches den Anspruch hat für eine „gute“ Organisation zu garantieren.  Die ITZ macht keine Aussage zur Führungsqualität, Beachtung von arbeitsrechtlichen Standards oder Gesetzestreue einer Organisation. 

Es ist kein konkreter Fall bekannt bei dem Betrug, Missbrauch oder andere Arten von Korruption durch die ITZ verhindert werden konnten. Oftmals gehen solche Fälle mit krimineller Energie einher und können auch durch spezifische Kontrollinstrumente nicht verhindert werden. Gemeinnützige Organisationen können davon ebenso betroffen sein wie die Wirtschaft, Politik oder die öffentliche Verwaltung. Die ITZ ermöglicht aber spezifische Nachfragen von innerhalb und außerhalb einer Organisation und kann somit das Bewusstsein in Organisationen stärken sich vor solchen Fällen zu schützen.