Der Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perceptions Index, CPI) 2025 ist am 10. Februar 2026 erschienen. Der CPI ist der weltweit bekannteste Korruptionsindikator. Er wird vom Internationalen Sekretariat von Transparency International erstellt und listet Länder nach dem Grad der in Politik und Verwaltung wahrgenommenen Korruption auf.
Der CPI 2025 umfasst 182 Länder, die auf einer Skala von 0 (hohes Maß an wahrgenommener Korruption) bis 100 (keine wahrgenommene Korruption) angeordnet werden. Der Index fasst 13 Einzelindizes von 12 unabhängigen Institutionen zusammen und beruht auf Daten aus der Befragung von Expert:innen und Führungskräften. Der Korruptionswahrnehmungsindex bewertet den öffentlichen Sektor – das heißt Politik und Verwaltung.
Das komplette CPI-Ranking, FAQs sowie Details zur Methodik und den Quellen finden Sie am Ende der Seite unter „Weiterführende Informationen“.
Korruption weltweit auf dem Vormarsch
Korruption nimmt weltweit zu. Vor zehn Jahren gab es noch zwölf Länder mit über 80 Punkten, heute sind es nur noch fünf. Der globale Durchschnitt hat dieses Jahr mit 42 Punkten den tiefsten Wert seit über zehn Jahren erreicht. Deutliche Rückschritte sind mittlerweile auch in Demokratien zu verzeichnen, die im Vergleich zu autoritären Staaten bessere Schutzmechanismen gegen Korruption haben. Diesen Zusammenhang zeigt ein Vergleich des CPI mit dem Demokratieindex der Economist Intelligence Unit (s. Skala).
Dänemark erreicht mit 89 Punkten den höchsten Score und beansprucht zum achten Mal in Folge im weltweiten Ranking den Spitzenplatz für sich. Es folgen Finnland und Singapur. Die letzten Plätze belegen Südsudan und Somalia. Am Ende des Rankings befinden sich insbesondere Staaten, in denen staatliche Institutionen zerfallen und die von gewaltsamen Konflikten geprägt sind.
Rechtsstaatlichkeit und Korruption
Länder mit schwachen rechtsstaatlichen Strukturen weisen ein hohes Korruptionsniveau auf. Das zeigt der Vergleich des Rule of Law Index 2025 mit dem CPI 2025, wie die Grafik (per Klick vergrößerbar) verdeutlicht. Im Umkehrschluss zeigt der Vergleich auch, dass starke rechtsstaatliche Strukturen mit einer geringen Wahrnehmung von Korruption korrelieren. (Quelle: Globaler Report zum CPI 2025, S. 17, verfügbar unter www.transparency.org/en/cpi/.)
Damit führt das Erstarken antidemokratischer Kräfte weltweit auch zu einem Ansteigen von Korruption in den jeweiligen Ländern. Wo Rechtsstaat, unabhängige Medien und zivilgesellschaftliche Gruppen als Kontrollinstanzen geschwächt werden, erstarkt die Korruption.
Demokratieabbau und Korruption
Entsprechend überrascht es nicht, dass die Türkei (31 Punkte, Rang 124, -19 Punkte seit 2013, -10 Punkte im Zehnjahresvergleich, s. Skala) und Ungarn (40 Punkte, Rang 76, -15 Punkte seit 2012) zu den Ländern gehören, die seit Einführung der aktuellen CPI-Methodik im Jahr 2012 im globalen Vergleich mit am meisten Punkte verloren haben. Die USA fallen auf die bisher niedrigste Punktzahl (64 Punkte, Rang 29, -10 Punkte im Zehnjahresvergleich, s. Skala). Großbritannien fällt nach Korruptionsskandalen (70 Punke, Rang 20, -11 Punkte im Zehnjahresvergleich, s. Skala) ebenfalls auf die niedrigste Punktzahl seit Einführung der aktuellen CPI-Methodik im Jahr 2012.
Russland bleibt - wie bereits im vergangenen Jahr - auf den niedrigsten CPI-Wert seit 2012 und fällt im Ranking so tief wie noch nie (22 Punkte, Rang 157). Transparency International wurde 2023 vom russischen Regime als „unerwünschte Organisation” eingestuft. Auch Myanmar hat deutlich Punkte eingebüßt (16 Punkte, Rang 169, -14 Punkte seit 2017, -12 im Zehnjahresvergleich, s. Skala).
Die Situation in Deutschland
Deutschland hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2 auf 77 Punkte verbessert. Durch die Steigerung und den Abstieg anderer Staaten (Australien, Irland, Uruguay) ist Deutschland im internationalen Ranking um 5 Ränge auf Platz 10 aufgestiegen. Dieser auf den ersten Blick begrüßenswerte Befund ist jedoch kein Grund, sich zurückzulehnen. Der Zehnjahresvergleich der erreichten CPI-Punkte zeigt, dass Deutschland in der Korruptionsbekämpfung zurückfällt, denn die Bundesrepublik hat in diesem Zeitraum vier Punkte verloren. Die Bundesregierung betreibt momentan sogar noch Rückbau bei der Korruptionsprävention. Beispielsweise im Vergaberecht, obwohl angesichts milliardenschwerer Sondervermögen mehr Kontrollmechanismen notwendig sind, damit sichergestellt wird, dass die Mittel auch dort eingesetzt werden, wo sie dringend notwendig sind.
Angriffe auf die Zivilgesellschaft
Auch in Deutschland nehmen Angriffe auf die Zivilgesellschaft zu. Auf der von Transparency Deutschland und FragdenStaat organisierten Paneldiskussion im Dezember berichteten die Diskussionsteilnehmerinnen im Panel von extremen Anfeindungen, von Hassrede auf Social Media bis hin zu strafrechtlich relevanten Bedrohungen, etwa Briefe mit Patronenhülsen. Auch die politische Debatte um Fördergelder und Gemeinnützigkeitsstatus habe gerade bei kleineren Organisationen dazu geführt, dass offenes Engagement und Stellungnahmen zunehmend aus Sorge vor weiteren Angriffen vermieden werden.
Forderungen an die Bundesregierung
Die EU hat Anfang Dezember mit der Anti-Korruptionsrichtlinie endlich Mindeststandards für alle Mitgliedstaaten gesetzt. Die Richtlinie muss nun in den Mitgliedsstaaten auf nationaler Ebene umgesetzt werden, unter anderem in Form einer nationalen Anti-Korruptionsstrategie. Transparency Deutschland fordert von der Bundesregierung eine enge Einbindung der Zivilgesellschaft und eine schnelle Umsetzung der Anti-Korruptionsstrategie.
Wie wird der CPI erstellt? Die Methodik im Video
Weiterführende Informationen
- CPI 2025: Korruption weltweit auf dem Vormarsch Pressemitteilung von Transparency Deutschland vom 10.02.2026
- Tabellarische Rangliste des CPI 2025 Übersicht aller 182 Länder/Gebiete in verschiedenen Formaten
- Häufig gestellte Fragen und Antworten FAQs rund um den CPI 2025
- Methodologische Hinweise Erläuterungen zur Berechnung des CPI 2025
- Verwendete Quellen (PDF, Englisch) Vollständige Übersicht der Quellen, der Gruppe von Befragten und der gestellten Fragen
- Bildmaterial Weltkarte und Rangliste (PDF)
- Internationaler Report zum CPI 2025 (Englisch) von Transparency International
Was Sie tun können
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