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PressemitteilungEntwicklungszusammenarbeit

Zum Neunpunkteplan der entwicklungspolitischen Hilfsorganisationen

Berlin, 09.04.2008

Die Anti-Korruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V. hat den vorgestern veröffentlichten Neunpunkte-Plan entwicklungspolitischer Hilfsorganisationen als wichtigen Schritt auf dem Weg zu mehr Transparenz  begrüßt.

„Transparenz ist eine Grundvoraussetzung allen demokratischen Handelns und des verantwortlichen Umgangs mit öffentlichen  und anvertrauten Mitteln. Hilfsorganisationen, die ihre Mittel aus Spenden und öffentlichen Zuschüssen beziehen, sind zur Wahrung ihrer Glaubwürdigkeit in besonderem Maße zur Transparenz verpflichtet“, erklärt Sylvia Schenk, Vorsitzende von Transparency Deutschland.

Transparency bedauert, dass die Organisationen unter ihren Forderungen nicht auch die Vermeidung von Korruption genannt haben. Korruption behindert die Bekämpfung der Armut und die demokratische Entwicklung in vielen Ländern der Welt. Ein effektiver und nachhaltiger Einsatz von Mitteln für die Entwicklungszusammenarbeit ist nur möglich, wenn parallel dazu die Korruption bekämpft wird.

Sylvia Schenk betont: „Um langfristig die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen, ist es unerlässlich, die zerstörerische Kraft der Korruption deutlich zu benennen und Strategien zu ihrer Überwindung zu entwickeln.“

In diesem Sinne unterstützt Transparency Deutschland die Forderung nach größerer  Transparenz bei der Sammlung und Verwaltung von Spenden und  den Aufbau einer öffentlich zugänglichen Datenbank über die Arbeit und das Finanzgebaren der Hilfsorganisationen. Es ist wichtig, dass das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen endlich auf eine sichere finanzielle und organisatorische Basis gestellt wird. Darüber hinaus sollte das Sammeln von Spenden in allen Bundesländern gesetzlich so geregelt sein, dass die nötigen Anforderungen an Transparenz, Zuverlässigkeit und Kontrolle gewährleistet sind. Soweit in den letzten Jahren entsprechende Gesetze in einzelnen Bundesländern abgeschafft wurden oder dies vorgesehen ist, fordert Transparency eine Korrektur dieser Politik.

Kontakt:

Dr. Christian Humborg, Geschäftsführer
Transparency International Deutschland e.V.
Tel.: 030/ 54 98 98 0