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Wie Unternehmen ihre Integritätskultur messen - ein Leitfaden mit zwölf Beispielen

12.11.2025

In einer zunehmend komplexen Geschäftswelt sind professionelle Ethik- und Integritätsansätze zu unverzichtbaren Grundpfeilern für Unternehmen geworden, die Vertrauen aufbauen, ihre Reputation stärken und nachhaltigen Erfolg anstreben möchten. Ein neuer Praxisleitfaden des UN Global Compact Deutschland in Zusammenarbeit mit Transparency Deutschland und der Allianz für Integrität zeigt erstmals umfassend auf, wie Unternehmen ihre Integritätskultur systematisch messen und entwickeln können.

Warum Integritätskultur messbar sein sollte 
Zum einen sind die normativen Anforderungen an Unternehmen in Sachen Integritäts- und Compliance-Kultur gestiegen, auch wenn dies keine lineare Entwicklung ist. Zum anderen gibt es mittlerweile hinreichende Evidenz, dass eine systematische Arbeit an der Integritätskultur zahlreiche Vorteile bringt: Sie stärkt die Reputation, fördert Nachhaltigkeit, zieht Talente an, befördert Innovation, steigert die Profitabilität und macht Unternehmen attraktiver für verantwortungsvolle Investor:innen. Dies setzt die Messung beziehungsweise die Nachweisbarkeit der Effekte der Kulturarbeit voraus. „Was eine Kultur der Integrität ausmacht, wie sie erreicht und wie sie gemessen werden kann, ist eine kritische Herausforderung und ein Bekenntnis zur kontinuierlichen Verbesserung", betont der neue Leitfaden.

Für eine vielfältige Zielgruppe und mit neuwertigem Charakter
Der Leitfaden richtet sich an Führungskräfte, Compliance-Officer, Personalverantwortliche sowie weitere Stakeholder:innen, die Unternehmen nachhaltiger ausrichten möchten. Dazu gehören auch Berater:innen, Wirtschaftsprüfer:innen, Staatsanwält:innen, Gesetzgeber:innen, Wissenschaftler:innen und Zivilgesellschaftsvertreter:innen.

Nach Kenntnis der Verantwortlichen dieses Leitfadens existiert bislang kein vergleichbares Dokument. Er ergänzt die bereits 2022 erschienene Publikation „Integrität in Unternehmen: Ein Praxiskatalog" des UN Global Compact Deutschland (UN GCD) und der Allianz für Integrität und leistet einen wichtigen Beitrag zur breiteren Diskussion über die Messung von Integritätskultur.

Akademisch fundiert, mit Praxiserfahrung angereichert, für alle Unternehmensgrößen relevant
Die Entwicklung des Leitfadens basiert auf umfangreichen akademischen und praktischen Quellen. Interviews wurden überwiegend mit Unternehmen geführt, die Mitglieder des UN GCD und von Transparency Deutschland sind. Zusätzliche Unternehmen wurden durch Schreibtischrecherche identifiziert. So ergibt sich eine Gruppe, die unterschiedliche Erfahrungsgrade bei der Bewertung von Integritätskultur repräsentieren. 
Weitere Erkenntnisse stammen aus Diskussionen in der UN GCD-Arbeitsgruppe „Integrität in Unternehmen" und Rückmeldungen einzelner AG-Mitglieder. Obwohl die befragten Unternehmen alle mindestens 4000 Mitarbeitende haben, können viele der beschriebenen Methoden zur Messung von Integritätskultur auch von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) angewendet werden.

Praktische, selektiv nutzbare Orientierung – mit Inspirationspotential 
Der Leitfaden kann auch lediglich kapitelweise nach Bedarf konsultiert werden. Er bietet konkrete Antworten auf zentrale Fragen und liefert Inspiration für die Implementierung oder Stärkung von Strategien, die Integrität ins Zentrum der Organisationskultur stellen. Für KMU empfiehlt der Leitfaden, statt aller beschriebenen Systeme, den effektivsten Ansatz zur Bewertung ihrer internen Integritätskultur als Teil ihrer Anti-Korruptionsstrategie zu wählen. 

Der vollständige Leitfaden steht als kostenfreier Download zur Verfügung und markiert einen wichtigen Meilenstein in der systematischen Entwicklung von Unternehmensintegrität.