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Vergabeprozess für die EURO 2024 gestartet: Zivilgesellschaft erwartet vom DFB eine verantwortungsbewusste Bewerbung

Berlin, 13.12.2016

Mit dem Aufruf zur Bewerbung hat die UEFA den Prozess zur Vergabe der Fußball-Europa-Meisterschaft EURO 2024 gestartet. Der Deutsche Fußball-Bund DFB hat bereits eine Bewerbung angekündigt, die laut DFB-Präsident Reinhard Grindel ein „Leuchtturm-Projekt" werden soll.

Für diesen Leuchtturm fordern zivilgesellschaftliche Organisationen gemeinsam die Wahrung von Menschen- und Kinderrechten, Arbeits- und Antikorruptionsstandards auch in der Lieferkette sowie die systematische Einbeziehung aller Interessengruppen. „Angesichts der anhaltenden Diskussion über negative Effekte von Sport-Großveranstaltungen auf die lokale Bevölkerung und grundlegende Rechte weltweit erwarten wir vom DFB eine beispielhafte Bewerbung, die zeigt, wie sich Deutschland die Übernahme von Verantwortung im internationalen Sport vorstellt", sagt Sylvia Schenk von der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International Deutschland e. V.

Transparency Deutschland erwartet umfassende Transparenz und Compliance in der Bewerbungsphase. Das beinhaltet die Offenlegung des Budgets und der Auswirkungen auf das Land und die jeweilige Stadt. Zudem müssen Richtlinien zu Werbe- und Lobbying-Maßnahmen sowie Hinweisgeberschutz etabliert werden. Ein Compliance-System ist für die Durchführung der EURO 2024 sowie den DFB als Organisation notwendig.

Discover Football fordert, dass Frauen im Organisationskomitee in angemessener Zahl vertreten sind. Es soll auf die stereotype, z. B. sexualisierte Darstellung von Frauen verzichtet werden, und eine vielfältige Repräsentation von Frauen in den Publikationen usw. erfolgen. Die Bewerbung soll mit einem Konzept zur Vorbeugung und Bekämpfung von Diskriminierungen jeglicher Art verbunden werden.

Terre des hommes drängt darauf, dass sowohl im Rahmen der Bewerbung, als auch bei späterer Vorbereitung und Durchführung der EURO 2024 alle grundlegenden Kinderrechte geachtet und geschützt werden. Dies soll in grundlegenden und bindenden Dokumenten und Verträgen festgehalten werden. Zudem soll Kindern und Jugendlichen jegliche Form der Partizipation gewährt werden.

Transparency Deutschland hat am 22. September 2016 eine Presseerklärung mit einem ausführlichen Forderungskatalog versandt. Dieser Katalog wurde dem DFB im Vorfeld vorgestellt. Das Papier finden Sie hier.

Kontakt

Sylvia Schenk
Leiterin der Arbeitsgruppe Sport

Peter Conze
Vorstandsmitglied

Tel. +49 - 30 - 549898 - 0
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