Unternehmensforum 2026: Compliance, Europa und Antikorruptionsarbeit in Zeiten von Bürokratieabbau
Berlin, 01.06.2026 – Beim diesjährigen Unternehmensforum von Transparency International Deutschland kamen Vertreter*innen aus der Wirtschaft zusammen, um aktuelle Fragen der Compliance-Arbeit zu diskutieren. In den Räumlichkeiten der GIZ sprachen wir über aktuelle Entwicklungen in der Compliance-Arbeit, die europäische Antikorruptionsrichtlinie sowie das Verhältnis von Bürokratieabbau und effektiver Antikorruptionsarbeit.
Einblicke in die Compliance-Praxis der GIZ
Mit einer Vorstellung der eigenen Compliance-Arbeit, machte die GIZ den Auftakt des Forums. Der Vortrag gab Einblicke in die Strukturen und Prozesse der Compliance-Arbeit der GIZ sowie in die Herausforderungen, die sich aus dem internationalen Arbeitsfeld, unterschiedlichen Gesetzessystemen und sich wandelnden regulatorischen Anforderungen ergeben. Dabei wurde deutlich, wie wichtig wirksame Compliance-Systeme sind und dass insbesondere die langjährige Erfahrung im internationalen Arbeitsfeld eine zentrale Grundlage für deren erfolgreiche Ausgestaltung bildet.
Dabei wurde deutlich, wie wichtig wirksame Compliance-Systeme für eine verantwortungsvolle und Organisationsführung sind. In der anschließenden Diskussion brachten die Vertreter*innen der Wirtschaft ihre eigenen Erfahrungen mit der internationalen Compliance-Arbeit ein. Deutlich wurde dabei auch, welche Herausforderungen die aktuellen geopolitischen Entwicklungen sowie die stagnierende wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland für die Ausgestaltung wirksamer Compliance-Systeme mit sich bringen. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen müssen Unternehmen ihre Compliance-Systeme zunehmend an ein komplexes und dynamisches Umfeld anpassen.
EU-Antikorruptionsrichtlinie: Anforderungen und Umsetzungsfragen
Im Anschluss widmeten wir uns der EU-Antikorruptionsrichtlinie, die erstmals die Definition von Korruption sowie mögliche Sanktionsmaßnahmen auf EU-Ebene harmonisiert. Carolina Echevarria von der Alliance for Integrity, gab in einem Impulsvortrag einen Überblick über die Kernanforderungen der Richtlinie und stellte zentrale Fragen für deren nationale Umsetzung vor mit Blick auf die Bedeutung für Unternehmen. Die anschließende Diskussion verdeutlichte die hohe Relevanz der Richtlinie für Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf Compliance-Anforderungen und Risikomanagement.
Bürokratieabbau und Antikorruptionsarbeit
Ein weiterer Schwerpunkt des Forums war das Verhältnis von Bürokratieabbau und Antikorruptionsarbeit. Sophie von Waitz, Leiterin der AG Wirtschaft bei Transparency Deutschland, stellte das neue Positionspapier der AG vor. Im Mittelpunkt standen die Chancen und Risiken aktueller Bestrebungen zum Bürokratieabbau. Diskutiert wurde insbesondere, wie regulatorische Anforderungen effizient gestaltet werden können, ohne dabei Transparenz- und Kontrollmechanismen zu schwächen. Dabei wurde aus unterschiedlichen Perspektiven der Vorschlag erörtert, den Wegfall präventiver Antikorruptionsmaßnahmen durch stärkere Sanktionsmechanismen zu flankieren. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass wirksame Antikorruptionsarbeit und Regulierung kein Widerspruch sein müssen, sondern sich gegenseitig stärken können.
Ausblick
Der Dialog mit Vertreter*innen aus der Wirtschaft ist für Transparency Deutschland ein wichtiger Input, um praxisnahe Perspektiven für integres Unternehmenshandeln aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen bietet dieser Austausch wertvolle Einblicke in Chancen und Herausforderungen für eine wirksame Antikorruptionsarbeit. Wir freuen uns, diesen Dialog auch im nächsten Jahr fortzuführen.
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