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Transparency diskutierte beim DFB-Kongress mit über Menschenrechte

Frankfurt am Main, 21.09.2022

© DFB
Sylvia Schenk, Vorsitzende der AG-Sport bei Transparency Deutschland, äußerte sich beim DFB-Kongress „Sport und Menschenrechte“ zur WM-Vergabe nach Katar. Diese habe letztendlich eine positive Entwicklung angestoßen, auch wenn die Vergabe 2010 ohne Rücksicht auf die Menschenrechtssituation ein Fehler war.

Das Thema Menschenrechte im Sport nimmt zweifelsohne Fahrt auf – getrieben besonders durch die bevorstehende Fußball-WM in Katar, die seit Jahren für viele sehr konträre Diskussionen  bis hin zu Boykottforderungen sorgt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte jetzt nach Frankfurt zu einem hochkarätig besetzten Kongress geladen. Der offizielle Titel: „Sport und Menschenrechte: Maßnahmen vor, während und nach der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Katar 2022“. Mit dabei waren 90 Vertreter:innen aus Sport, Politik, Wirtschaft, Medien, Fangruppierungen und auch der FIFA.

Schenk: „WM-Vergabe nach Katar war ein Fehler – hat aber vieles angestoßen“

Und der Zivilgesellschaft, wie Sylvia Schenk, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sport bei Transparency Deutschland. Sie stellte im Rahmen der Veranstaltung fest:  „Es war ein großer Fehler der FIFA, die WM 2022 ohne Berücksichtigung der Menschenrechtssituation nach Katar zu vergeben. Rückblickend lässt sich aber feststellen - das zeigten zum Beispiel die Beiträge von Amnesty International und der Bauarbeitergewerkschaft bei dem Kongress - dass diese Vergabe positive Entwicklungen angestoßen hat. Und zwar nicht nur im Hinblick auf die Menschenrechte in Katar. Die gesamte Debatte um Menschenrechte im Sport ist dadurch erst wirklich in Gang gekommen.“

Klaveness: „Das Thema Menschenrechte wird uns nicht mehr loslassen“

Das unterstrich auch Lise Klaveness, Präsidentin des Norwegischen Fußball-Verbandes: „Das Wichtigste ist, dass wir verstehen, dass uns das Thema der Menschenrechte nicht mehr loslassen wird.“  Der DFB verwies während des Kongresses mehrfach auf den aus seiner Sicht mittlerweile hohen Stellenwert des Themas Menschenrechte im Verband. Generalsekretärin Heike Ullrich erhofft sich diesbezüglich aber mehr Solidarität in Europa: „Im Austausch mit den Nationalverbänden haben wir die Diskussionen um die Menschenrechte in Katar und deren Bedeutung für Vergabeprozesse als sehr unterschiedlich wahrgenommen. Die Gewichtung dieser Thematik ist auch in den europäischen Nationalverbänden verschieden stark ausgeprägt.“

Neuendorf: „Unterstütze Forderung nach einem Fonds für Arbeiter in Katar“

Auf das folgende Fußball-Top-Event blickt Celia Sasic, Vizepräsidentin für Gleichstellung und Diversität, und hängt die Latte für das Thema Menschenrechte hoch: „In zwei Jahren findet die EURO 2024 in Deutschland statt, bei der wir alles zeigen können, was wir aktuell für Katar einfordern.“ Aus Sicht von Transparency sehr erfreulich: DFB-Präsident Bernd Neuendorf unterstützt die Forderung von Menschenrechtsgruppen nach der Einrichtung eines Fonds für die Angehörigen von Arbeitern, die auf WM-Baustellen gestorben oder verletzt worden sind. „Es ist eine Forderung an die katarische Regierung aber auch an die FIFA“ stellte der DFB-Chef klar.

 

Mehr zum Kongress gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=hZzKi53epoE

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