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Statement zur Einrichtung der Meldestelle Sportmanipulation

Berlin, 05.05.2022

© Paul Bergmeir / Unsplash

Gestern hat die „Meldestelle Sportmanipulation“ ihre Arbeit aufgenommen. Für dieses Hinweisgebersystem wurde nach einer Ausschreibung als Ombudsperson ein Rechtsanwalt mit Mandaten im organisierten Sport ausgewählt.

Dazu erklärt Prof. Nicolas Klein, Vertreter von Transparency Deutschland in der „Nationalen Plattform zur Bekämpfung der Manipulation von Sportwettbewerben“:

„Wir begrüßen prinzipiell, dass das Bundesinnenministerium eine Meldestelle einrichtet, an die sich Menschen mit Hinweisen auf Spielmanipulation wenden können. Das ist angesichts der Bedeutung von Hinweisen für die Aufdeckung von Spielmanipulationen ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings muss die Unabhängigkeit einer Ombudsperson oberste Priorität haben. Es sollte insbesondere garantiert sein, dass die Ombudsperson während ihrer Tätigkeit keine anderen Mandate aus dem organisierten Sport wahrnimmt, damit keinerlei Zweifel an einer ausreichenden Distanz zwischen Ombudsperson und Sport aufkommen können. Dies ist unerlässlich für das Vertrauen potentieller Hinweisgeber*innen gerade aus Vereinen und Verbänden. Leider besteht beim BMI und der Ombudsperson diesbezüglich nicht die nötige Sensibilisierung. Unsere kritischen Nachfragen trafen auf Unverständnis. Stattdessen hat der Ombudsmann unserer Vertreterin rechtliche Schritte androhen lassen. Dies ist kein guter Start für diese wichtige Position.“

Weiterführende Informationen

  • Empfehlungen zur Prävention von Spielmanipulation von Transparency Deutschland
  • Webseite der Meldestelle Sportmanipulation
  • Webseite der „Nationalen Plattform zur Bekämpfung der Manipulation von Sportwettbewerben“

Hintergrund

Transparency Deutschland ist seit Juni 2019 in der „Nationalen Plattform zur Bekämpfung der Manipulationen von Sportwettbewerben“ vertreten. Dieser gehören neben Transparency Deutschland u.a. Ermittlungsbehörden, Sportverbände und Athletenvertreter*innen an. Das Gremium wurde von der Bundesregierung ins Leben gerufen, da dies von der Europarats-Konvention gegen die Manipulation von Sportwettbewerben gefordert wird.