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Siemens Schmiergeldsumpf immer tiefer - Laut "SZ" auch Ermittlungen gegen AUA-Chef: Ötsch dementiert

30.03.2007

München/Wien-  Die Ermittlungen in der neuesten Schmiergeld-Affäre um Siemens richten sich nun auch gegen AUA-Chef Alfred Ötsch, berichtet die Wiener Zeitung. Ötsch war vor seinem Wechsel zur AUA im Februar 2006 vier Jahre lang Vorstandsmitglied der Siemens-Sparte "Automation& Drives". Über diese seien offenbar heimliche Millionenzahlungen an den langjährigen Vorsitzenden der Siemens-Betriebsräte-Organisation AUB abgewickelt worden. Gegenüber der Wiener Zeitung sagte der AUA- Chef, über den Bereich seien die Beratungsleistungen zwar abgewickelt worden, man habe aber lediglich formal als Rechnungsadresse gedient, die inhaltliche und kostenmäßige Verantwortung hätte ausschließlich in der Siemens-Zentrale in München gelegen. Der Siemens-Skandal weitet sich jedoch aus. Der Vorsitzende Wilhelm Schelsky soll offenbar seit 2001 bis zu 34 Millionen Euro, das wäre mehr als doppelt so viel Geld wie bisher bekannt, für ungeklärte Beratungsleistungen erhalten haben. Der deutsche Vorsitzende der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International, Hansjörg Elshorst, bewertete die Vorwürfe gegen Siemens in der ARD tiefgreifender als den VW-Skandal. Sei es bei VW nur um einzelne Individuen gegangen, so habe sich erstmals, sollten die Vorwürfe gegen Siemens zutreffen, ein Unternehmen in dieser Größenordnung gewagt, eine ’alternative Gewerkschaft’ aufzubauen.

07-03-29_Wienerzeitung.at