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Preview des Films "Official Secrets" mit Podiumsgespräch (Berlin)

Datum: 12.11.2019 19:30 Uhr
Ort: Kino International, Karl-Marx-Allee 33, 10178 Berlin

Rund eine Woche vor dem offiziellen Kinostart des Films "Official Secrets" fand eine Sondervorführung mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema „Whistleblower: Held*in oder Verräter*in?“ statt. Der Film "Official Secrets" basiert auf dem wahren Fall der Whistleblowerin Katharine Gun, die im Vorfeld des Irakkriegs unter größtmöglichen Konsequenzen für sich und ihr engstes Umfeld wichtige Informationen veröffentlichte. Die Hauptrolle spielt Keira Knightley, von Matt Smith als Journalist Martin Bright und Ralph Fiennes als Menschenrechtsanwalt Ben Emmerson hochkarätig flankiert.

Während seines Grußwortes betonte Hartmut Bäumer, Vorsitzender von Transparency Deutschland, dass der Film auf beeindruckende Art darstellt, welchen psychischen Belastungen und Kämpfen Whistleblower ausgesetzt sind. Bäumer betonte, dass diese mutigen Menschen unsere Anerkennung und endlich gesetzlichen Schutz verdienen. Darauf werde Transparency weiter drängen.

Nach dem Film diskutierten:

  • Katharine Gun, Whistleblowerin, auf ihrem Fall basiert der Film
  • Martin Bright, Journalist, der die von Katharine Gun die geleakten Informationen veröffentlichte
  • Dr. Manuela Rottmann, MdB, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
  • Anne Roth, Netzpolitik-Referentin, DIE LINKE
  • Moderation: Marcel Rosenbach, DER SPIEGEL

Katharine Gun betonte während der Diskussion, dass es für sie vor Ihrer Entscheidung, Informationen weiterzugeben, so etwas wie eine rote Linie gegeben habe, "eine Linie, die ich nicht überschreiten konnte und wollte". Diese sei für sie durch die Möglichkeit eines illegalen Krieges überschritten worden. Für sie ist und war der Irak-Krieg illegal und sie könne bis heute nicht nachvollziehen, wie Menschen ihn dennoch rechtfertigen konnten. Gun forderte mit Blick auf die Situation von Hinweisgebern sowohl einen gesellschaftlichen Wandel als auch Änderungen in der Rechtsprechung.

Martin Bright, damals Journalist bei der Zeitung The Observer, verdeutlichte, dass es ein Novum dargestellt habe, dass durch die Enthüllung klar geworden sei, dass nicht nur Feinde ausspioniert wurden und werden sollten, sondern auch Verbündete. Heute zu Zeiten der Massenüberwachung müssten wir uns fragen, ob es nicht notwendig sei, Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass die Zeit zurückgedreht werde.

Mit Blick auf die rechtliche Situation in Deutschland für Hinweisgeber betonte Manuela Rottmann, dass die EU-Richtlinie eine große Chance darstelle. Whistleblower seien einem großen Druck ausgesetzt – wirtschaftliche Vernichtung, ein Mangel an Rechtsberatung. Dass Hinweisgeber daran zugrunde gehen können, damit habe sich Deutschland noch zu wenig befasst.

Transparency Deutschland und Transparency International waren im Kino International mit einem Infostand präsent und informierten über die Arbeit zur Verbesserung der Situation von Hinweisgeberinnen und Hinweisgebern auch in Deutschland. Der Film wurde am 13. November 2019 auch in Hamburg gezeigt, ebenfalls mit einer begleitenden Podiumsdiskussion und einem Infostand von Transparency Deutschland. Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie hier.

Impressionen

© 2019 eOne Germany
Organisatoren und Teilnehmende der Podiumsdiskussion, darunter Katharine Gun (fünfte von rechts) und Hartmut Bäumer (zweiter von links)
© 2019 eOne Germany
Großer Saal des Kino International in Berlin
© 2019 eOne Germany
Grußwort von Harmut Bäumer
© 2019 eOne Germany
Podiumsdiskussion
© 2019 eOne Germany
Katharine Gun während der Podiumsdiskussion
© 2019 eOne Germany
Plakat des Films Official Secrets
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Die Meldung wurde erstellt von Regionalgruppe Berlin/Brandenburg am 12.11.2019.