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Peruaner José Ugaz neuer Vorsitzender von Transparency International

20.10.2014

Russin Elena Panfilova wird stellvertretende Vorsitzende

Berlin, 20. Oktober 2014 – Der Peruaner José Ugaz ist gestern von der internationalen Generalversammlung der Antikorruptionsorganisation Transparency International zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Er löst die Kanadierin Huguette Labelle ab, die nach drei Amtsperioden nicht erneut antreten konnte. Transparency International ist in über 100 Ländern weltweit vertreten.

„Es gibt immer noch zu viel Korruption, und wir müssen mehr dagegen tun. Zu oft kommen korrupte Personen davon und müssen keine Sanktionen fürchten. Der Missbrauch von Offshore-Unternehmen muss beendet werden. Sonst können korrupte Personen weiter in den Genuss unrechtmäßig erworbener Vermögen kommen, sich frei bewegen und ein Luxusleben führen, während die Armen die Rechnung zahlen“, so Ugaz.

José Ugaz hat als Sonderstaatsanwalt des Landes Peru mehrere Korruptionsprozesse auf höchster Ebene geführt. So hat er eine wesentliche Rolle im Korruptionsverfahren gegen den früheren peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori und den ehemaligen Geheimdienst-Chef Vladimiro Montesinos gespielt. Zwischen 2000 und 2002 eröffnete seine Einheit mehr als 200 Prozesse gegen 1.500 Regierungsbeamte und Partner von Fujimori. Es wurden Vermögen in Höhe von 205 Millionen US-Dollar im Ausland eingefroren und 75 Millionen US-Dollar zurückerlangt. 2002 wurde José Ugaz Präsident von Proetica, der nationalen Organisation von Transparency International in Peru.

Zur stellvertretenden Vorsitzende wurde Elena Panfilova gewählt, die Vorsitzende von Transparency International Russland. Sie hat im Jahr 1999 Transparency Russland gegründet und war dessen Geschäftsführerin bis sie im Juli 2014 Vorsitzende wurde. Die Generalversammlung wählte zudem sechs neue Mitglieder in den zwölf-köpfigen internationalen Vorstand.

Resolution für mehr Entfaltungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft

Die internationale Generalversammlung hat gestern eine Resolution für mehr zivilgesellschaftliche Entfaltungsmöglichkeiten verabschiedet. Transparency International fordert Regierungen weltweit auf, zivilgesellschaftliche Räume zu schützen und Vertreterinnen und Vertretern des Volkes zu ermöglichen, frei von Angst und Einschüchterungen zu arbeiten.

Alle Resolutionen sind hier online verfügbar (englisch)

Zur englischen Pressemitteilung

Biografien der neuen Vorstandsmitglieder von Transparency International (englisch)

Kontakt

Prof. Dr. Edda Müller

Vorsitzende Transparency International Deutschland e.V.
Geschäftsstelle Transparency International Deutschland e.V.
Tel.: 030 - 54 98 98 0