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Google als Mäzen deutscher Medien-Unternehmen: Transparency Deutschland fordert umfangreiche Offenlegung

Berlin, 19.03.2021

Eine Studie der Wissenschaftler und Journalisten Ingo Dachwitz und Alexander Fanta hat die Intransparenz der Förderungen von Google als ein zentrales Problem der deutschen Medienlandschaft identifiziert. In der StudieMedienmäzen Google. Wie der Datenkonzern den Journalismus umgarntanalysieren sie, wie und warum Google seit 2013 mehr als 200 Millionen Euro an die europäischen Medien verschenkt hat und welche Auswirkungen diese Zuwendungen auf die Unabhängigkeit der deutschen Medienlandschaft haben. Die Studie wurde von der Otto Brenner Stiftung (OBS) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) finanziert.

Google unterstützt die Branche auf vielfältige Weise – von der Finanzierung von Innovationsprojekten über gesponserte Branchenevents bis zu kostenlosen Trainings und Fellowships. Unter den Begünstigten sind viele sogenannte Leitmedien zu finden, die zum Teil deutlich mehr als 1 Million Euro erhalten haben. Die Studie dokumentiert, wie diese Fördermillionen das Ungleichgewicht in der Branche verstärken und wie die Zuwendungen die politischen Beziehungen zwischen Google und den deutschen Medienhäusern verändern.

Als ein zentrales Problem identifiziert die Studie die Intransparenz der Förderungen durch Google. Der Konzern gibt nur eine Größenordnung in Form grober Förderkategorien an. Einige begünstigte Medien informierten ihrerseits über die genaue Höhe der Zuwendungen, die Mehrzahl verweigert dies jedoch selbst auf Nachfrage. Von den 10 größten Nutznießern ging allein DER SPIEGELvollkommen transparent mit den Geldflüssen um.

Ulrike Fröhling, Leiterin Arbeitsgruppe „Transparenz in den Medien“:

„Um eine unerlaubte Beeinflussung journalistischer Berichterstattung zu verhindern, fordern wir eine umfangreiche Transparenz für die von Google geleisteten finanziellen Unterstützungen an die Medien-Unternehmen.“

Die Medienhäuser, die von Technologiekonzernen Projektgeld annehmen, sollten außerdem die genaue Höhe der Förderung und den konkreten Verwendungszweck pro-aktiv offenlegen. Darüber hinaus sollten Journalistinnen und Journalisten, die über Tech-Unternehmen, ihre Mitbewerber und die Technologiebranche berichten, nicht an von den Unternehmen finanzierten Projekten beteiligt sind.

Dazu Ulrike Fröhling:

„Medienhäuser sollten nur dann Fördergeld von Tech-Konzernen annehmen, wenn es sich um klar abgegrenzte Projektförderungen handelt. Das gilt für Strukturförderung generell, aber auch für kofinanzierte Stellen und Ausbildungsplätze.