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FIFA-Präsidentschaftskandidaten beziehen Position zu den Themen Korruption, Arbeitsstandards und Menschenrechte

Nur ein Kandidat für das FIFA-Präsidentenamt gibt ein klares Bekenntnis ab

Berlin, 14.05.2015

Auf den Fragebogen einer Koalition von führenden zivilgesellschaftlichen Organisationen, Sportorganisationen und Gewerkschaften zu den Themen Korruption, Arbeitsstandards und Menschenrechte haben alle vier Kandidaten für das Amt des FIFA-Präsidenten geantwortet. Allerdings hat nur ein Kandidat klare Vorstellungen dargelegt, wie er im Falle einer Wahl Menschenrechtsfragen, Arbeitsstandards und Anti-Korruptionsmaßnahmen berücksichtigen will.
 
Die Sport and Rights Alliance (SRA) hat den Kandidaten – Josef Blatter, Luis Figo, Prince Ali bin Al Hussein und Michael van Praag – im April einen Fragebogen mit Fragen zur FIFA Weltmeisterschaft 2018 in Russland und 2022 in Qatar sowie zum FIFA-Reform-Prozess zugesandt. Die Wahl des FIFA-Präsidenten findet am 29. Mai 2015 in Zürich statt.

Alle vier Kandidaten haben geantwortet, aber nur Michael van Praag hat in einer detaillierten persönlichen Antwort erklärt, die von der SRA angesprochenen Probleme anzugehen. Unter anderem will er sein Gehalt als Präsident offenlegen und den García-Bericht veröffentlichen.

Luis Figo hat in einer kurzen Stellungnahme für Null-Toleranz gegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption plädiert, aber nur wenige Details genannt.

Trotz vieler Korruptionsvorwürfe und Diskussionen über Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der FIFA und FIFA Weltmeisterschaften während seiner 17-jährigen Amtszeit hat der derzeitige Präsident Josef Blatter keine persönliche Stellungnahme geschickt. Stattdessen hat sein Büro die bisherigen Maßnahmen der FIFA gegen Korruption dargestellt und auf den laufenden Prozess zur Überarbeitung der Bewerbungskriterien im Hinblick auf Menschenrechte, Arbeitsstandards und Anti-Korruptions-Maßnahmen verwiesen.

Das Büro des FIFA-Vize-Präsidenten Ali bin Al Hussein hat mitgeteilt, dieser sei zu beschäftigt, um zu antworten, und auf dessen Manifest und frühere Äußerungen verwiesen.

Im Übrigen ist inzwischen bekannt, dass die FIFA für die FIFA Weltmeisterschaft 2026 neue Bewerbungskriterien ausarbeitet, Details sind allerdings noch nicht öffentlich.

Sylvia Schenk, Sprecherin der Arbeitsgruppe Sport von Transparency Deutschland als Teil der SRA-Koalition:

Auch wenn es zunächst nur Worte sind – die Tatsache, dass alle vier Kandidaten geantwortet und ein Bekenntnis gegen Korruption sowie für Transparenz, zu Menschenrechten und international anerkannten Arbeitsstandards abgegeben haben, zeigt: Die FIFA kann die Probleme nicht länger negieren. Nach der Wahl wird es darauf ankommen,  den neuen Präsidenten und das Exekutiv-Komitee daran festzuhalten, wobei die Bewerbungskriterien für 2026 und die Frage der Einbindung von Stakeholdern in die Umsetzung ein wesentlicher Gradmesser sein werden.

Zum Fragebogen

Zu den Antworten von

-    Josef Blatter
-    Luis Figo
-    Prince Ali bin Al Hussein
-    Michael van Praag

Zur SRA gehören Amnesty International, Football Supporters Europe, Human Rights Watch, International Trade Union Confederation, Terre des Hommes, Transparency International Deutschland.

Kontakt

Sylvia Schenk
Leiterin der Arbeitsgruppe Sport

Dr. Anna-Maija Mertens
Geschäftsführerin

Tel. +49 - 30 - 549898 - 0
presse@transparency.de