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Bundeslagebild Korruption 2017: Großteil der Korruptionsverfahren resultierte aus Hinweisen externer Quellen

Berlin, 11.07.2018

© Christian Dubovan / Unsplash

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im Bundeslagebild Korruption 2017 einen Anstieg der monetären Schäden durch Korruptionsstraftaten auf rund 291 Millionen Euro festgestellt. Gleichzeitig ist die Zahl dieser Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 4.894 gesunken. Das BKA führt die rückläufigen Zahlen insbesondere auf den Aufbau wirksamer Compliance-Strukturen und nachhaltige Sensibilisierungsmaßnamen zurück und stellt fest, dass Erfolge in der Bekämpfung der Korruption weiterhin stark von der Gewinnung qualifizierter Hinweise abhängen. Transparency Deutschland fordert in diesem Zusammenhang die Einführung eines echten, gesetzlichen Schutzes für Hinweisgeber.

Das Dunkelfeld bei Korruptionsstraftaten ist sehr groß, die rückläufigen Zahlen sind daher kein Grund zur Entwarnung. Der Lagebericht beschränkt sich allein auf die polizeilich festgestellten Korruptionsstraftaten, das gesamte Ausmaß des durch Korruption hervorgerufenen Schadens ist nur bedingt messbar. Die festgestellten Straftaten betreffen zu einem Großteil den Bereich der öffentlichen Verwaltung. Auf der Geberseite werden die Delikte vorrangig mit dem Ziel begangen, Aufträge im Dienstleistungs- und Baugewerbe oder behördliche Genehmigungen zu erlangen.