Schäden durch Korruption

oder Warum Korruptionsprävention sein muss

Das Thema Korruption wird häufig mit moralischer Entrüstung aufgenommen oder ganz im Gegenteil als „normale Sache“ abgetan. Doch die vielfältigen Schäden, die Korruption weltweit verursacht, machen die Notwendigkeit von Korruptionsprävention deutlich.

Korrupte Handlungen stellen ein Tauschgeschäft dar, bei dem oberflächlich betrachtet beide beteiligte Seiten einen Vorteil erlangen. Mit ihrer heimlichen Geschäftsbeziehung setzen sich die Täter aber über geltende Regelwerke, Gesetze und über die wirtschaftliche Rationalität hinweg. Korruption schädigt damit immer, da betroffene Dritte dafür zahlen und auch die Täter selbst beträchtliche Risiken tragen. Bestochene und Bestechende schädigen ihre Unternehmen, deren Wettbewerber und Kunden, ihre Behörden, Staaten und deren Bevölkerung und schließlich auch sich selbst.

Schäden bei Unternehmen und Behörden

Durch Korruption beeinflusste Entscheidungen werden nicht entsprechend betriebswirtschaftlicher Rationalität, sondern durch persönliche Interessen beeinflusst getroffen. Damit werden oft nicht die nach Preis und Leistung geeignetsten Produkte und Dienstleistungen beschafft. Überhöhte und instabile Preise durch die Einpreisung von Bestechungsgeldern, die Überdimensionierung beschaffter Güter und möglicherweise durch mindere Qualität verursachte Folgeschäden (z.B. Reparaturfälle und Gesundheitsschäden von Mitarbeitern) sorgen für überhöhte Kosten für solche Produkte und Dienstleistungen. Diese höheren Kosten verringern die Investitions- und Wachstumsmöglichkeiten der Unternehmen bzw. belasten die öffentlichen Haushalte.


Das Unternehmen des Bestechenden entzieht sich durch die Bestechung dem Innovationsdruck des Wettbewerbs und verringert so langfristig seine Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig steigen langfristig die Kosten des Unternehmens, da es zukünftigen Bestechungsforderungen kaum ausweichen kann. Geldstrafen, Schadenersatzforderungen, Anwalts- und Gerichtskosten bei Aufdeckung verursachen weitere beträchtliche Kosten. Das Unternehmen riskiert bei Bekanntwerden der Bestechung wirtschaftliche Folgeschäden, indem es z.B. von zukünftigen Vergabeverfahren ausgeschlossen wird und seine Attraktivität als Arbeitgeber verliert.

Eine durch korrupte Handlungen geprägte Unternehmenskultur kann zu Illoyalität und mangelnder Motivation der Mitarbeiter führen. Nicht zuletzt erleiden alle an korrupten Handlungen Beteiligten bei ihrer Aufdeckung einen beträchtlichen Vertrauensverlust bei den Kunden, Anteilseignern, Investoren, Geschäftspartnern und in der Öffentlichkeit. 

Da Korruption den Wettbewerb auf der Grundlage von Preis und Leistung außer Kraft setzt schädigt die dadurch auftretende Wettbewerbsverzerrung die integeren Wettbewerber, verringert deren Markterfolg und kann zu Arbeitsplatzverlusten führen.

Individuelle Schäden bei Tätern und betroffenen Dritten

Korruption ist eine weltweit verfolgte Straftat. Ihre Aufdeckung zerstört die Unbescholtenheit und Autorität der Täter, oft auch deren wirtschaftliche Existenz. Sind die Täter genötigt zu bestechen, weil beispielsweise staatliche Dienstleistungen sonst nicht zu erlangen sind, dann sind sie wegen dieser erzwungenen Zahlungen gleichzeitig Opfer der Korruption.

Auch wenn korrupte Handlungen nicht aufgedeckt werden, sind Täter in ihren zukünftigen Entscheidungen eingeschränkt. Bestechende können zu weiteren Zahlungen gezwungen werden, Bestochene sind erpressbar.


Als Dritte werden immer Konsumenten und Bürger geschädigt, da die durch Korruption erhöhten Kosten von Unternehmen und Behörden deren Preise und Gebühren verteuern. Als Nutzer von Produkten minderer Qualität sind sie der Gefahr von Gesundheitsschäden ausgesetzt.

Schäden für Volkswirtschaft, Staat und Gesellschaft

Eine betroffene Volkswirtschaft erreicht nicht das mögliche Wohlstandsniveau, wenn ihr Marktmechanismus durch korrupte Akteure gestört wird. Bestechungsforderungen öffentlicher Entscheidungsträger erhöhen die Kosten für potentielle Investoren und senken damit die Investitionen. Niedrigere Steuerzahlungen und weniger Arbeitsplätze sind die Folge. Mangelnde Transparenz bei den Entscheidungen öffentlicher Entscheidungsträger bewirkt eine allgemeine Rechtsunsicherheit. Bei Bürgern und Unternehmen sinkt so ebenfalls die Rechtstreue und die Alltagsmoral.


Die von ihrem Eigeninteresse geleiteten und damit an ihren eigentlichen Aufgaben desinteressierten korrupten Amtsträger bieten nur mangelhafte staatliche Dienstleistungen an. Sie sind außerdem angreifbar und befinden sich in einer unsicheren Position, die sie verleitet, im Eigeninteresse vor allem kurzfristig zu agieren und die Interessen ihrer Institution, ihres Staates, seiner Bürger und der Umwelt nicht angemessen zu berücksichtigen. Zur Abwehr möglicher rechtlicher Folgen greifen sie im schlimmsten Fall nicht nur zu Begleitkriminalität wie Geldwäsche und Steuerhinterziehung, sondern bei entsprechender politischer Macht auch zur Einschränkung der Rechtsstaatlichkeit, zu Anwendung staatlicher Gewalt und zu Verletzungen der Menschenrechte. Die damit ausgelöste wirtschaftliche und gesellschaftliche Ungleichheit gefährdet den sozialen Frieden und führt langfristig zum Verfall der Demokratie.


Korruption ruiniert Vertrauen, Charaktere, Karrieren, Gesundheit, wirtschaftliche und natürliche Ressourcen, Rechtssicherheit, Wohlstand und Freiheit. Am Ende trifft Korruption immer Menschen, sie ruiniert ihre Lebensqualität und Zukunft!

Fallstudien zu Schäden durch Korruption

Wirkung von Korruption auf Mitarbeiter eines bestechendes Unternehmens

 

Stand: Juni 2008

 

Was ist Korruption?

Was macht Transparency Deutschland dagegen?

Initiative Transparente Zivilgesellschaft