Strafverfolgung
Anders als Richter sind die Staatsanwälte in Deutschland weisungsgebunden. Das führt dazu, dass Fälle politischer Korruption möglicherweise nicht mit der gebotenen Konsequenz verfolgt werden. Letztlich untergräbt dies die Legitimität des politischen Prozesses und führt zu einem Vertrauensverlust gegenüber der Justiz.
Transparency Deutschland tritt daher nach dem Vorbild anderer europäischer Staaten für eine weitestgehende Weisungsunabhängigkeit der Staatsanwaltschaften bei ihren Ermittlungen ein. Außerdem fordern wir, flächendeckend Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Korruptionskriminalität zu bilden, da dort, wo solche bereits existieren, Ermittlungsverfahren gegen Korruptionsstraftäter wesentlich zahlreicher und erfolgreicher durchgeführt werden.
Weitere Effizienzgewinne lassen sich erzielen, wenn den Staatsanwaltschaften seitens der Kriminalpolizeien ähnlich spezialisierte Einheiten gegenüber stehen. Da es sich um hochspezialisierte Tätigkeiten handelt und Ermittlungsverfahren sich nicht selten über mehr als drei Jahre erstrecken, meinen wir auch, dass eine Versetzung in einen anderen Bereich im Normalfall frühestens nach fünf Jahren, besser erst nach zehn Jahren in Betracht kommen sollte, da sonst erhebliches Spezialwissen verloren geht.
Unsere Dokumente
Zur strafrechtlichen Sichtweise auf Korruption. Scheinwerfer 53, November 2011.
Guidance Document for Acceptable Settlements. Transparency International, Juli 2010
„Straftaten dürfen sich nicht lohnen“ - Vermögensabschöpfung als Mittel zur Korruptionsbekämpfung. Scheinwerfer 47, Mai 2010.
Korruptionsbekämpfung in Deutschland: Institutionelle Ressourcen der Bundesländer im Vergleich. April 2009 (pdf, 126 kB)
Lichtblicke im Dunkelfeld - Korruptionshinweise an die Polizei Scheinwerfer 44, August 2009
Scheinwerfer 42 "Strafverfolgung". Januar 2009
Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl (u.a. zur Strafverfolgung) 2005
Tagungsdokumentation:
- Strafverfolgung der Korruption 2010 - Neue Strategien der Korruptionsbekämpfung? Die Privatisierung der Strafverfolgung
Dokumentation einer Tagung von Transparency International Deutschland e.V. und der Friedrich-Ebert-Stiftung am 8.-.9.12.2010 in Berlin (pdf, 1,41 MB) - Strafverfolgung der Korruption 2008 - Strategien der Korruptionsbekämpfung für Unternehmen und Strafverfolgungsbehörden Dokumentation einer Tagung von Transparency International Deutschland e.V. und der Friedrich-Ebert-Stiftung am 8.-9.12.2008 in Berlin (pdf, 1,73 MB)
- Justizielle Ressourcen der Korruptionsbekämpfung in Deutschland
Dokumentation einer Tagung von Transparency International Deutschland e.V. und der Friedrich-Ebert-Stiftung am 7.-8.12.2006 in Berlin (pdf, 339 kB) - Strafverfolgung der Korruption – Möglichkeiten und Grenzen 2004
Dokumentation einer Tagung von Transparency International Deutschland e.V. und der Friedrich-Ebert-Stiftung am 8.-9.12.2004 in Berlin (pdf, 756 KB)
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Weiterführende Informationen
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Timed out: Statutes of limitations and prosecuting corruption in EU countries. Transparency International, November 2010. (pdf, 567 kB)Bundeslagebild zur Korruption vom Bundeskriminalamt
Polizeiliche Kriminalstatistik 2008 vom Bundesministerium des Innern (S. 47 u. 48)
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Bundestagsdrucksachen zum Thema
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Drucksache 16/4197 (31. 01. 2007): Gesetzentwurf des Bundesrates
Entwurf eines Gesetzes zur Regelung von Absprachen im Strafverfahren
Initiative: Niedersachsen
Innenausschuss, Rechtsausschuss
Stand: Abgelehnt
Drucksache 16/11736 (27. 01. 2009): Gesetzentwurf
Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der Verständigung im Strafverfahren
Initiative: Fraktion der CDU/CSU, Fraktion der SPD
Rechtsausschuss (federführend)
Stand: Für erledigt erklärt
Drucksache 16/12310 (18. 03. 2009): Gesetzentwurf der Bundesregierung
Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der Verständigung im Strafverfahren
Gesetz zur Regelung der Verständigung im Strafverfahren vom 29. Juli 2009
Initiative: Bundesregierung
Rechtsausschuss (federführend)
Stand: Verkündet
Zur detaillierten Suche nach Drucksachen des Deutschen Bundestags. Diese Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es finden nur Drucksachen ab dem Jahr 1998 Berücksichtigung.
Pressemitteilungen zum Thema
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| Freitag, 25.04.2003 | |
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