Sport

Standpunkte

Transparency Deutschland fordert die deutschen Sportorganisationen, die Bundesregierung, die Wirtschaft, die Medien und alle im Sport Verantwortlichen dazu auf, für Transparenz sowie Nulltoleranz gegenüber Korruption einzustehen und insoweit national und international entsprechende Initiativen zu ergreifen.

Erwartungen an den Deutschen Olympischen Sportbund:

 
(Stand: September 2009)

Hintergrund

Sport ist ein wesentlicher Faktor der gesellschaftlichen Wirklichkeit - in den Medien nimmt die Sportberichterstattung einen immer größeren Raum ein, der Umsatz im Sport rechnet sich längst in Milliarden. Die insbesondere durch die Kommerzialisierung des Sports bestehende Gefahr von Korruption wird trotz aktueller Fälle in Deutschland zu wenig thematisiert.

Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung des Sports sowie seine Vorbildwirkung und globale Verankerung verlangen von den Verantwortlichen ein beispielhaftes Engagement für ethische Grundsätze und Fairness, wie sie in der Olympischen Charta niedergelegt sind. Nur auf dieser Basis lassen sich die Werte des Sports, seine Glaubwürdigkeit und damit auch seine erzieherische Funktion dauerhaft sichern. Korruption schadet nicht nur ideell, sondern hat unmittelbare finanzielle Folgen zu Lasten der Allgemeinheit sowie weitreichende Konsequenzen für die Förderungswürdigkeit und die Werbewirksamkeit des Sports insgesamt.

Wirksame Dopingbekämpfung setzt die Beseitigung von Strukturen voraus, die regelwidrige Leistungserbringung dulden, tolerieren oder gar fördern. Dabei leiten sich Dopingmentalität und die Bereitschaft zur unzulässigen Vorteilserschleichung oft aus derselben unheilvollen Haltung ab. Eine Politik der Null-Toleranz setzt ein deutliches Zeichen gegen jegliche Manipulation im Sport.

Das große öffentliche Interesse am Sport weist diesem national und international eine herausragende Rolle bei der Durchsetzung von demokratischen und transparenten Strukturen zu. Die Zusammenarbeit mit dem Sport ermöglicht Transparency Deutschland, weite Teile der Bevölkerung zu erreichen.

Insgesamt geht es nicht nur um die Situation in Deutschland, sondern darüber hinaus um eine internationale Wirkung mit dem Ziel, weltweit zu transparenten und demokratischen Sportstrukturen beizutragen. Insbesondere die Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018 bietet die Chance, beispielhaft Transparenz und Verantwortlichkeit in allen Phasen zu verankern, insbesondere auch das Instrument eines Integritätspaktes für Infrastrukturprojekte und gegebenenfalls andere Maßnahmen anzuwenden.

Während im internationalen Sport – ausgehend vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nach dem Bestechungsskandal um die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2002 nach Salt Lake City – inzwischen eine Reihe von Verbänden Beschlüsse zu ethischem Verhalten gefasst und u.a. Ethikkommissionen eingerichtet und Ethik Codes verabschiedet haben, sind solche Vorgaben in Deutschland bislang kaum thematisiert, geschweige denn umgesetzt worden. Allerdings fehlt es auch international, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, an der tatsächlichen Änderung von Strukturen und Verfahren hin zu größerer Transparenz und Verantwortlichkeit sowie der konsequenten Verfolgung von Verstößen gegen entsprechende Regeln.

Unsere Dokumente zum Thema

Corruption and Sport: Building Integrity and Preventing Abuses. Transparency International, Working Paper, #03/2009 (engl., pdf, 562 kB; deutsch, pdf, 85,7 kB)

Hospitality im Compliance-Umfeld - Handhabung von Hospitality-Aktivitäten im deutschen Profisport, Stefan Lugwig und Nadine Jacobi, Deloitte (aus Jahrbuch Sponsoring 2009) New Business Verlag, 2009 (pdf, 1,02 MB)

Aufruf zur Transparenz und zu Maßnahmen gegen Korruption im Sport (pdf, 33 kB)

Strafrechlichte Aspekte im Rahmen von Sponsoren-Einladungen zu Sportveranstaltungen, Artikel im Scheinwerfer 40

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