Transparenz im Nonprofit-Sektor
Standpunkte
Transparency Deutschland fordert:
- wirksame Initiativen für mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht aus dem Nonprofit-Sektor selbst
- verpflichtende Veröffentlichung von Satzung, Zielen, Vorgehensweise, Finanz- und Tätigkeitsbericht sowie Identität der Leitung (Vorstand, Geschäftsführung, Beirat, Ausschüsse)
- bundesweite, elektronische und kostenlos einsehbare Vereinsregister
- Auskunft der Finanzämter über die bestehende Gemeinnützigkeit einer Organisation
- einheitliche Sammlungsgesetze in den Bundesländern
Zu den ausführlichen Standpunkten: Arbeitspapier der AG Transparenz im Nonprofit-Sektor. April 2009 (pdf, 8 kB)
Hintergrund
Der Nonprofit-Sektor in Deutschland hat in den letzten Jahren enorm an Gewicht gewonnen. Vereine, Stiftungen, gemeinnützige GmbHs, Selbsthilfegruppen, Gesundheitseinrichtungen, Verbraucherorganisationen, Umweltschutzgruppen oder Bürgerinitiativen tragen erheblich zur Gestaltung unseres Landes im Sinne einer verantwortungsbewussten, demokratischen Bürgergesellschaft bei. Zu Recht genießen sie ein hohes Ansehen und Vertrauen in unserer Gesellschaft.
Während sich aber Politik und Wirtschaft seit Jahren mit umfangreichen Rechenschaftsforderungen durch gesetzliche Offenlegungspflichten, Nicht-Regierungsorganisationen und kritische Medien konfrontiert sehen, ist der Nonprofit-Sektor davon bisher weitgehend verschont geblieben. Die gesetzlichen Kontrollmöglichkeiten sowie Offenlegungspflichten im Nonprofit-Sektor stehen weit hinter den Anforderungen an Politik und Wirtschaft zurück. Um das Vertrauen in die Organisationen des Dritten Sektors zu erhalten und zu stärken, ist es nötig, klare Regelungen zu Transparenz, Rechenschaft und guter Organisationsführung zu entwickeln und umzusetzen.
Fälle von Veruntreuung in Vereinen, Mißbrauch von Spendensammelorganisationen oder dubiose Organisationsformen, in denen Gemeinnützigkeit und Gewinnorientierung allzu eng miteinander verwoben sind, gelangen immer wieder an die Öffentlichkeit (zu unserem thematischen Pressespiegel). Eine systematische Aufklärung aber fehlt. Die meisten Fälle kommen durch Zufall ans Licht. Dabei hat der überwältigende Teil des Nonprofit-Sektor nichts zu verbergen. Geben wir ihnen die Chance, ihre gute Arbeit durch mehr Transparenz in diesem Sektor auch angemessen würdigen zu lassen, statt sie gemeinsam mit den wenigen schwarzen Schafen in einer Grauzone zu vermengen.
Unsere Dokumente zum Thema
Forderungen für die 17. Legislaturperiode - Thema: Gemeinnützige Organisationen, Scheinwerfer 45, Oktober 2009.
Weiterführende Informationen
Untersuchungen und Diskussionen zu Stärken und Mängeln im Hinblick auf Transparenz im Nonprofit-Sektor:
- Protokoll der Sitzung des Unterausschusses des Deutschen Bundestags für bürgerschaftliches Engagement „Transparenz und Publizitätspflichten im bzw. für den Dritten Sektor“. 28. Sitzung, 15.10.2008 (pdf, 152 kB)
- Informationsbedarf und Vertrauen privater Spender. PricewaterhouseCoopers AG WPG, Studie, 2008
- Global Accountability Report. One world trust, 2008
- Transparenzpreis 2009. PricewaterhouseCoopers, Ausschreibung
- Machbarkeitsstudie - Aufbau einer Online-Datenbank für den gemeinnützigen Sektor. Maecenata International e.V. und GuideStar Deutschland, 2005 (pdf, 453 kB)
- Weltweite Datenbank zu Selbstregulierungsinitiativen im Nonprofit-Sektor. One world trust, mit interaktiver Karte, 2009
Selbstverpflichtungserklärungen von Verbänden/ Zertifizierern:
- DZI Spendensiegel Selbstverpflichtung. 2006
- Deutscher Fundraising Verband - 19 Grundregeln für eine gute, ethische Fundraising-Praxis. 2008
- Deutscher Spendenrat Selbstverpflichtung.
- VENRO-Verhaltenskodex Transparenz - Organisationsführung - Kontrolle. 2008
Selbstverpflichtungserklärungen von Nonprofit-Organisationen:
- Diakonischer Corporate Governance Kodex. 2005
- INGO Accountability Charter. 2005
- SWISS NPO Code. 2006
- Transparency International Deutschland Verhaltenskodex. 2004

