Der Transparency International Integrity Award – Integritätspreis von Transparency International
Seit dem Jahr 2000 verleiht Transparency International den Integrity Award (Integritätspreis). Transparency Deutschland hat 2002 erstmals einen eigenen Kandidaten nominiert. Prof. Peter Schönhöfer war einer der Gewinner. Unser Kandidat für 2004, RA Lothar Hermes, ist bis in die Endausscheidung gelangt. Mit diesem Integritätspreis will Transparency International den Mut und die Arbeit vieler Einzelpersonen und Organisationen im Kampf gegen Korruption würdigen. Die Gewinner des Integrity Awards sollen als Vorbilder im Kampf gegen Korruption gelten, denn ihre Arbeit zeigt, dass Korruption überwunden werden kann.
Der Integrity Award wird an Organisationen und Einzelpersonen auf der ganzen Welt vergeben, deren Arbeit in erheblichem Maße dazu beigetragen hat, der Korruption Einhalt zu gebieten. Das Ziel des Integrity Award Programms ist es, Journalisten, Vertretern der Zivilgesellschaft, Regierungen und Hinweisgebergemeinschaften größere Anerkennung zu Teil werden zu lassen. Denn diese gehen bei der Untersuchung und Aufdeckung von Korruption oftmals auch große persönliche Risiken ein, manche verlieren dabei sogar ihr Leben.
Nach wie vor raubt Korruption den Ärmsten dieser Welt ihre Hoffnung und Chancen und untergräbt sogar stabile demokratische Systeme. Der Integrity Award soll dazu beitragen, den Menschen, die gegen Korruption kämpfen, die notwendige und gerechte Anerkennung für ihre Arbeit zukommen zu lassen.
Die deutschen Kandidaten für den Integrity Award 2002-2004:
- Der deutsche Kandidat für den Integrity Award 2002:
Prof. Dr. Peter Schönhöfer, Bremen: Der studierte Chemiker und Pharmakologe hat mehr als 20 Jahre seines Lebens im Kampf gegen korrupte Strukturen in der Arzneimittelindustrie verbracht. Prof. Dr. Schönhöfer hat sich gegen Mittel gewandt, die Pharmaunternehmen verwenden, um Ärzte dazu zu bringen, gerade ihre Medikamente zu verschreiben. Dazu gehören unter anderem der Kauf von Expertenmeinungen über die Wirksamkeit bestimmter Medikamente und die Zahlung von Provisionen an Ärzte, die bestimmte Medikamente verschreiben. Immer wieder hat er seine Untersuchungsergebnisse und wissenschaftlichen Aussagen vor Gericht verteidigen müssen.
Seit 1984 ist Prof. Dr. Peter Schönhöfer Mitherausgeber der Zeitschrift „Arzneimittel-Telegramm“, das von etwas 30.000 Abonnenten aus dem medizinischen und pharmazeutischen Bereich gelesen wird. In verschiedenen Artikeln für diese Zeitschrift hat sich Prof. Dr. Schönhöfer wiederholt mit den korruptiven Marketingpraktiken der Pharmakonzerne auseinandersetzt. Seit 2001 ist Prof. Dr. Schönhöfer Mitglied bei Transparency International Deutschland und arbeitet dort in der Arbeitsgruppe Gesundheit aktiv mit.
- Der deutsche Kandidat für den Integrity Award 2003:
Oberstaatsanwalt Wolfgang Schaupensteiner, Frankfurt am Main: Als Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main leitet Herr Schaupensteiner die Ermittlungen in den meisten Korruptionsfällen in Deutschlands Banken- und Wirtschaftshauptstadt. Dabei schreckt er auch vor prominenten Korruptionstätern und solchen mit guten Verbindungen „nach oben“ nicht zurück. Während seiner Arbeit hat Herr Schaupensteiner außergewöhnliche Fähigkeiten bei der Suche und Sammlung von stichhaltigen Beweisen für die Aufklärung von Korruptionsdelikten erwiesen. Als einer der bestinformierten und höchstmotivierten Verfolger von Korruptionsstraftaten hat er sich in der Öffentlichkeit den Ruf eines kompetenten Kämpfers gegen Korruption erworben.
- Der deutsche Kandidat für den Integrity Award 2004:
Rechtsanwalt Lothar Hermes, Dresden: Als Rechtanwalt für Verwaltungsrecht hat Herr Hermes korruptive Praktiken beim Bau von Müllverbrennungsanlagen, Abwasseranlagen und der Projektion eines Straßenbauprojektes im Raum Sachsen aufgedeckt. Die Arbeit des Rechtsanwalts hat ein ganzes Netzwerk von Absprachen und Hinterzimmerverträgen ans Licht gebracht, die sächsischen Kommunen erhebliche zusätzliche Kosten verursacht haben. Über seine reine Pflicht als Rechtsanwalt hinausgehend, hat sich Herr Hermes für die Aufdeckung dieser Vorgänge eingesetzt und damit, gemeinsam mit Bürgerinitiativen, auch an der Bekämpfung dieser Netzwerke gearbeitet.
Darüber gehen bei Herrn Hermes viele Hinweise auf Korruptionsdelikte ein. Diese Hinweisgeber wenden sich mit ihren Informationen an den Rechtsanwalt, weil sie fürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, wenn sie die Informationen selbstständig veröffentlichen.
