Vorbemerkung
Ende vergangenen Jahres begannen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen eine Reihe von Zahnärzten und zahntechnischen Laboren wegen eines nach allem Anschein flächendeckenden Betrugsskandals. Über rechtswidrige Preisgestaltungen bzw. Preisabsprachen bei Laborleistungen bezüglich Kostendifferenzen Inland / Ausland sollen Beträge in mehrstelliger Millionenhöhe zu Unrecht von Zahnärzten gegenüber Patienten und Krankenkassen gefordert und von diesen in Unkenntnis der Hintergründe bezahlt worden sein. Der bei Versicherten und Arbeitgebern angerichtete Schaden scheint sich nach den ersten vorsichtigen Hochrechnungen bundesweit im dreistelligen Millionenbereich anzusiedeln. Er ist wegen der laufen-den und sich offensichtlich ständig erweiternden Ermittlungen noch nicht exakt abschätzbar.
Es bestätigt sich zum wiederholten Male der Eindruck, dass die fehlende Transparenz im Gesundheitswesen sowie die seit Jahren bestehenden Bestrebungen der regionalen Medizin-Körperschaften, sich bei ihrem Tun nicht in die Karten schauen zu lassen, zu einem syndikatsähnlichen Gesundheitskartell geführt haben, unter dessen Schutz sich die darin organisierten Mitglieder geradezu eingeladen fühlen müssen, sich auf Kosten der Patienten und der Krankenkassen zu bereichern.
